Bei der Planung des Neubaus für die Rheinstraßenbrücke in Darmstadt ist die Stadt einen Schritt weitergekommen. Die Genehmigung des hessischen Verkehrsministeriums liegt vor, wie Baudezernent Paul Georg Wandrey (CDU) am Mittwoch bekannt gegeben hat. Nach seinen Worten hat das Land einem Änderungsantrag der Stadt zugestimmt. Der Plan musste geändert werden, weil die Stadt nach einem anderen Entwurf bauen will als zunächst geplant.
Ursprünglich war eine von Stützen getragene Brücke vorgesehen. Diesen Entwurf, der aus einem Wettbewerb hervorgegangen war, hatte die Stadt verworfen, weil sie dabei mit den Bauarbeiten stark von der Deutschen Bahn AG abhängig gewesen wäre. Zwischen deren Gleisen hätten die Stützen platziert werden müssen, weil die Brücke eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bahnlinie überspannt. Die bestehende Rheinstraßenbrücke, die in den Jahren 1910 bis 1912 errichtet worden war, ist marode und deshalb für den Autoverkehr gesperrt, der über zwei Umleitungen geführt wird. Die Brücke wird durch einen Neubau ersetzt, der nach Angaben der Verwaltung rund 120 Millionen Euro kosten wird.

Die Stadt plant nun eine Brücke, die von Bögen aus Stahl getragen wird. Vorgesehen ist nach Angaben der Verwaltung eine Konstruktion aus Cortenstahl. Bei dieser Art Metall korrodiert die Oberfläche, sodass das Material von einer Schicht Rost überzogen ist. Diese Schicht schützt aber die Substanz, sodass der Stahl nicht weiter rostet. Das Bauwerk soll deshalb keinen Anstrich mit Lack erhalten. Die neue Brücke wird der Verwaltung zufolge den Charakter eines klassischen Industriebauwerks erhalten.
Material der Brückenköpfe bleibt erhalten
Der Entwurf hat sich gegenüber einer früheren Fassung verändert, wie Wandrey erläuterte. Die Bögen verliefen nun flacher, sodass die Brücke schlanker wirke. Die Bögen reichten bis zu sechs Meter in die Höhe. Dabei handele es sich aber noch um einen Vorentwurf, nicht um den endgültigen Plan, wie der Dezernent hervorhob. Wenn die alte Brücke durch den Neubau ersetzt wird, sollen nach der Planung die Figuren an den Brückenköpfen erhalten werden. Auch ein Teil der Natursteine an den Widerlagern soll abgetragen und beim Neubau wieder verwendet werden.
Der Abriss der bestehenden Brücke ist für Ende des nächsten Jahres geplant, wie Wandrey ausführte. Diese Arbeiten seien nur möglich, wenn der Bahnverkehr unter der Brücke unterbrochen wird. Die Bahn hat nach den Worten des Dezernenten eine Sperrpause für die Zeit von 24. Dezember 2027 bis 10. Januar 2028 zugesagt. Diese Zeitspanne werde genutzt, um den Altbau zu beseitigen.
Der Bau der neuen Brücke ist nach wie vor für die zweite Hälfte des Jahres 2030 geplant, wie der Stadtrat mitteilte. Für das Jahr habe die Bahn eine Sperrpause zugesagt. Dann beginnt nach Angaben der Verwaltung die Erneuerung der Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim, sodass der Schienenverkehr dort ohnehin eingestellt werden muss.
Wandrey sagte, die Stadt verhandele mit der Bahn und dem Bundesverkehrsministerium noch darüber, ob in den Jahren 2028 und 2029 zusätzliche Sperrpausen gewährt werden könnten, damit die Stadt früher mit den Bauarbeiten für die neue Brücke beginnen könne. Für 2028 habe die Bahn eine Sperrpause zugesagt, dabei handele es sich aber nicht um eine Vollsperrung der Bahnstrecke.
Gesperrt werden sollten dann lediglich die äußeren Gleise des Schienenbündels. Diese Zeit werde die Stadt für Arbeiten an den Widerlagern der Brücke nutzen. Dem Zeitplan zufolge soll die Straßenbahn auf der neuen Brücke im ersten Vierteljahr des Jahres 2031 den Betrieb aufnehmen. Die Umleitungen für den Autoverkehr könnten im zweiten Vierteljahr aufgehoben werden.
