
Die Stadt plant den Abriss der maroden Brücke der Rheinstraße für Dezember des nächsten Jahres. Das hat Baudezernent Paul Georg Wandrey (CDU) mitgeteilt. Voraussetzung für die Arbeiten an der Brücke ist nach seinen Worten, dass die Deutsche Bahn AG den Verkehr auf den Gleisen unter der Brücke einstellt. Eine solche Sperrpause hat die Bahn nun verbindlich für Dezember 2027 zugesagt, wie Wandrey berichtet. Damit kann die Stadt nach seinen Worten früher mit den Arbeiten beginnen als ursprünglich geplant. Zunächst sei der Abbruch der Brücke für 2028 vorgesehen gewesen.
Die zugesagte Sperrpause werde vom 12. bis zum 31. Dezember 2027 dauern. Diese Zeit werde für den Abriss genutzt, sagte Wandrey. Nötig seien darüber hinaus Vor- und Nacharbeiten. Die Vorbereitung vor der Sperrpause werde sechs Wochen in Anspruch nehmen, für die anschließende Nachbereitung seien vier Wochen eingeplant, sodass die Abrissarbeiten insgesamt drei Monate dauerten.
Beim Abriss des in den Jahren 1910 bis 1912 errichteten Bauwerks werde der Denkmalschutz beachtet, hob der Baudezernent hervor. Historische Bauteile werden nach seinen Worten gesichert und aufbewahrt, um sie für den Bau der neuen Brücke zu verwenden. Dazu gehörten die Brüstungen aus Lavatuff an den Brückenköpfen sowie das Verblendmauerwerk. Die frei stehenden Buntsandsteinpfeiler könnten dagegen aus Sicherheitsgründen nicht erhalten und in die neue Brücke eingebaut werden.
Die Verwaltung hat nach seinen Angaben auch den Zeitplan für den Neubau aktualisiert. Die Arbeiten für die Tiefgründung sind demnach für das erste Quartal 2029 vorgesehen. Auch dafür habe die Stadt bei der Deutschen Bahn AG eine Sperrpause für den Verkehr auf den Gleisen, die von der Brücke überspannt werden, beantragt. Die drei Teile für den Überbau sollen im Laufe desselben Jahres eingeschoben werden.
Neue Brücke soll Anfang 2031 fertig werden
Die Fertigstellung des Brückenneubaus ist nach der Planung des Baudezernats für Herbst 2030 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Anfang 2031. Die Stadt hat für den Neubau einen Entwurf gewählt, der ohne Stützen zwischen den Bahngleisen auskommt. Die Fahrbahn mit Radweg und Fußweg wird von einer Bogenbrücke aus Stahl getragen, sodass es weniger Schnittstellen mit dem Bahnbetrieb gibt.
Der Neubau der Rheinstraßenbrücke gehört zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten der Stadt Darmstadt, wie Wandrey hervorhob. Über die Brücke verläuft die Einfallstraße, über die der Verkehr von der Autobahn 5 und aus den Nachbarstädten im Westen in die Innenstadt fließt. Derzeit ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt, der über zwei Umleitungen – je eine stadteinwärts und -auswärts – geführt wird. Fußgänger und die Straßenbahn dürfen die Rheinstraßenbrücke weiterhin passieren.
Vor Jahren hatte sich die Stadt noch für einen anderen Entwurf für den Neubau entschieden. Diese Planung wurde aber nach den Worten des Baudezernenten im Jahr 2023 wegen wirtschaftlicher Risiken aufgegeben. Nun wird seit dem vergangenen Jahr auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie mit dem neuen Entwurf für eine stützenfreie Brücke gearbeitet.
