
In den sozialen Medien zeigt man gern, was man besitzt – vor allem dann, wenn man viel besitzt: Da fährt mal jemand mit dem Lamborghini vor, ein andermal wird der Besuch im Sternerestaurant gefilmt oder die Hermès Kelly in die Kamera gehalten. Dalibor Cicman, Gründer des slowakischen Fitnessunternehmens „GymBeam“, hätte sich aber besser vorher überlegen sollen, ob er wirklich mit seinem Reichtum protzen will.
Cicman war zuletzt geschäftlich in Mumbai, Indien. Dort veröffentlichte er auf seinem Instagram-Account ein Foto aus Dharavi, einem der größten Slums Asiens. Darauf ist seine Uhr am Handgelenk zu sehen, daneben offenbar die Imitation einer Patek Philippe, die sein Fremdenführer trug. Im Hintergrund sitzt ein barfüßiges Kind auf schmutzigem Boden. Dazu schrieb Cicman: „Das Uhren-Spiel fühlt sich hier anders an.“
Kurz darauf veröffentlichte er ein Foto aus einem Fünfsternehotel, versehen mit der Zeile: „Vom Slum zu fünf Sternen.“ Ein weiteres Foto zeigte einen schlafenden Mann auf einem Motorroller, wieder in Dharavi. Darunter schrieb Cicman: „Vibe“. Als Standort markierte er Trebišov, eine slowakische Stadt mit einer großen Roma-Siedlung, in der viele Menschen unter prekären Bedingungen leben müssen.
Den Kunden von GymBeam gefiel das gar nicht, in den sozialen Medien riefen sie zum Boykott der Produkte auf. Cicman sagte daraufhin in einem Interview mit einer slowakischen Zeitung, dass er „aufrichtigen Respekt vor den Menschen“ in Indien habe und sich missverstanden fühle.
Cicman stellt mit seinem Unternehmen Produkte für Sportler her und zählt zu den größten Fitness-Onlinehändlern Europas. Auch in Deutschland sind die Proteinprodukte beliebt. GymBeam hat hierzulande eine eigene Produktion.
