Ein Gespenst geht um in Washington, dort spukt es momentan besonders kräftig herum, aber nicht nur dort, es taucht gerade in aller Welt auf. Es erschreckt viele, ebenso viele fasziniert es. Es hört auf einen deutschen Namen, in zwei knackigen Silben: Carl Schmitt. Vor über vierzig Jahren starb der Jurist und Staatsrechtslehrer 97-jährig. Heute ist der kleine Sauerländer – er war nur 1,60 Meter groß – ein Gigant der politischen Theorie und Exportschlager des deutschen Geistes. Seine stilistisch brillanten Schriften werden ebenso eifrig wie argwöhnisch gelesen, um Rat zu suchen oder den Feind zu studieren. Denn in diesen wilden Umbruchzeiten ist die Frage immer sinnvoll: Was würde Carl Schmitt dazu sagen?