
Die Chancen auf die Sonderzahlung seien überdies ungleich verteilt. Männer, Beschäftigte in Westdeutschland sowie Angestellte in großen Betrieben profitieren deutlich häufiger. So bekommen 49 Prozent der in der Privatwirtschaft beschäftigten Männer ein Urlaubsgeld, gegenüber 38 Prozent der Frauen, geht aus der neuen Umfrage hervor. Arbeitnehmer in Ostdeutschland gehen ebenfalls häufiger leer aus, was das WSI unter anderem auf die dort niedrigere Tarifbindung zurückführt. In einigen Branchen oder Großunternehmen, in denen bundesweite Tarifverträge gelten, gibt es auch beim Urlaubsgeld allerdings keine Ost-West-Unterschiede mehr. Hierzu zählen etwa das Versicherungsgewerbe, das Gebäudereinigungshandwerk und die Deutsche Bahn AG. Auch in der Druckindustrie und der Chemischen Industrie gibt es ein einheitliches Urlaubsgeld.
Je nach Branche schwankt stark, ob Beschäftigte Urlaubsgeld erhalten und in welcher Höhe. „In den klassischen Niedriglohnbranchen wird in der Regel nur ein niedrigeres Urlaubsgeld gezahlt”, sagte Thorsten Schulten, der das WSI-Tarifarchiv leitet. So erhielten Arbeitnehmer in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern 186 Euro und Angestellte in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Westfalen-Lippe bis zu 2904 Euro.
Die Daten zur Häufigkeit des Urlaubsgelds sind nicht repräsentativ, erlauben aber laut dem WSI wegen der hohen Fallzahlen detaillierte Einblicke in die Arbeitswelt. Sie basieren auf einer Online-Erhebung des WSI-Portals Lohnspiegel.de. Daran nahmen zwischen dem 1. Mai 2025 bis zum 31. Mai 2026 rund 50.000 Beschäftigte teil.
