
Der britische Premierminister Andy Burnham hat die erste militärische Intervention seiner Regierung angekündigt. Flugzeuge der Royal Air Force sollen Saudi-Arabien im Kampf gegen die Huthi-Miliz im Jemen „defensiv“ unterstützen. Medienberichten zufolge wird dafür ein britisches Betankungsflugzeug des Typs Voyager von Zypern aus in die Region verlegt.
Burnham bekräftigte, dass die Intervention „im Interesse Großbritanniens“ sei, da sie auch zur Entlastung bei den stark gestiegenen Energiekosten führen solle. Der Premierminister betonte, die „befristete“ und „defensive“ Unterstützung sei auf eine Bitte aus Riad erfolgt.
Saudi-Arabien hat die Öllieferungen nach Europa eingeschränkt, nachdem Drohnenangriffe eine wichtige Pipeline beschädigt hatten. Die Huthi rücken derweil im Jemen vor und könnten bald die wichtige Handelsstraße „Bab al-Mandeb“ kontrollieren. Wegen der angespannten Lage in der „Straße von Hormus“ ist diese Route für die saudischen Energieexporte umso wichtiger geworden. Die Huthi-Miliz verstärkte jüngst Angriffe auf Truppen der international anerkannten und von Riad unterstützten jemenitischen Regierung im Südwesten des Landes. In den vergangenen Wochen hatte sie bereits wichtige Meerzugänge am Roten Meer eingenommen.
Erstes Treffen von Trump und Burnham
Der britische Premierminister warnte, dass Saudi-Arabien sich zur weiteren Drosselung von Energieexporten gezwungen sehen könnte, deswegen „leisten wir unseren Beitrag“. Im April des vergangenen Jahres hatte die Royal Air Force unter der Führung der vorigen Labour-Regierung gemeinsam mit dem US-Militär Luftangriffe auf Militärstandorte der Huthi geflogen.
US-Präsident Donald Trump hat sich in der jüngsten Eskalation bislang gegen jegliche militärische Unterstützung für Saudi-Arabien ausgesprochen. Laut einem Bericht der „New York Times“ hatte Trump sich zunächst offen dafür gezeigt, eine bereits vorbereitete Militäraktion jedoch im letzten Moment abgesagt. Burnham soll am Dienstag erstmals seit seinem Amtsantritt mit Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York zusammentreffen.
Die G-7-Gruppe, der neben den USA und Großbritannien auch Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Kanada angehören, hat sich derweil auf eine gemeinsame Erklärung zu dem Konflikt geeinigt. In einer Mitteilung verurteilten sie das gewaltsame Vorgehen der von Iran unterstützten Huthi gegen Saudi-Arabien und im Jemen. Es sei eine „inakzeptable Bedrohung für die regionale Stabilität und Sicherheit, für die weltweite Energiesicherheit“, hieß es. Die G-7-Staaten riefen Iran zudem auf, der Miliz keine Waffen mehr zu liefern und sie auch sonst nicht zu unterstützen. Der international anerkannten Regierung des Jemen und Saudi-Arabien sprachen die Staaten die „volle Solidarität“ aus.
