
Das Bundesliga-Präsidium strebt nach dem Urteil des Bundeskartellamts zur „50+1-Regel“ weiter eine gemeinsame Lösung mit den Ausnahmeklubs an. Dazu sollen dem Ligaverband im ersten Halbjahr 2027 finale Vorschläge zur einheitlichen Ausgestaltung und Anwendung vorgelegt werden. „Verkürzte und vorschnelle Beschlüsse auf Liga-Ebene könnten der Rechtssicherheit der Regel dagegen erheblich schaden, statt diese zu stärken“, teilte die Liga am Dienstag mit.
Das Präsidium stellte sich in der Stellungnahme hinter die Regel. Bei der nächsten Mitgliederversammlung im Dezember soll allerdings eine „Bestätigung“ der Vereine von 50+1 als ein zentrales Grundprinzip des deutschen Profifußballs“ eingeholt werden, „um angesichts der strategischen und sportpolitischen Bedeutung die grundsätzliche Ausrichtung durch die Breite der Klubs zu legitimieren“, hieß es.
In der Vorwoche hatte sich das Präsidium erneut mit der Bewertung der Regel beschäftigt. Zudem wurde das Thema am Montag bei einer Sitzung der 36 Erst- und Zweitligisten in Frankfurt/Main besprochen.
Bundeskartellamt erklärt die Reglung für zulässig
„Der weitere innerverbandliche Umgang mit 50+1 wird die Bundesligen und die Zusammenarbeit im Ligaverband über Jahre prägen. Eine breit getragene Lösung bietet im Sinne aller Beteiligten die größten Chancen, langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen innerhalb des Ligaverbands zu vermeiden und damit die Rechtssicherheit der Regel tatsächlich nachhaltig zu stärken“, schrieb das Liga-Präsidium.
Das Bundeskartellamt hatte die „50+1-Regel“ im deutschen Profifußball im August in seiner finalen Einschätzung für zulässig erklärt. Hierfür sei Voraussetzung, „dass sie konsequent und ohne Unterschiede – sofern es für diese keinen sachlichen Grund gibt – angewendet wird“. Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg gehören zu den Ausnahmeklubs. Eine zügige Lösung im Sinne der „regelkonformen Standorte“ hatte das Fanbündnis Unsere Kurve nach der Kartellamtsentscheidung gefordert.
