Am 2. Mai, nahe 57°44′N und 10°38′O, endete auf dem rauen Meer vor Skagen ein Rettungsversuch, wie es ihn in Deutschland noch nicht gegeben hat: Ein Buckelwal, den die einen Timmy, die anderen Hope nannten, wurde aus einer Barge ins offene Meer gelassen. Eine wild zusammengewürfelte Privatinitiative, finanziert von zwei Millionären, hatte das Tier von der Ostseeinsel Poel dorthin schleppen lassen, mehr als 115 Seemeilen weit.
Der Wal war schwer krank. In seinem Maul steckten Reste eines Netzes, seine Haut war giftgrün befleckt, wie ein Stein voller Moos. Viele nationale und internationale Experten warnten: Es sei nicht mehr angebracht, das Tier zu stören, es bedeute nur Quälerei. Aber auf Poel und im Internet forderte eine Bewegung laut, es doch zu versuchen – egal, was die Fachleute sagen.
