Etwa 5.000 Menschen haben an der Brennerautobahn gegen Lärm, Abgase und Belastungen durch den starken Verkehr demonstriert. Für den Protest wurde der Alpenpass zwischen Österreich und Italien ab 9 Uhr gesperrt; das befürchtete Verkehrschaos blieb jedoch weitgehend aus. Seit 19 Uhr kann der Brenner, wie geplant, wieder durchfahren werden, sagte ein Sprecher
des Autobahnbetreibers Asfinag der Nachrichtenagentur dpa.
Der Bürgermeister eines Anrainerdorfes, Karl Mühlsteiger aus Gries in Österreich, hatte die Veranstaltung angemeldet. Der Protest sei ein »sehr, sehr deutliches
Zeichen an die hohe Politik«, sagte Mühlsteiger. Die könne das Problem
nun »nicht mehr kleinreden beziehungsweise ignorieren«. Das starke Verkehrsaufkommen und die extremen Abgase auf der Brennerautobahn seien »für die Bevölkerung nicht mehr schaffbar, nicht mehr aushaltbar«.
Zwei Millionen Transit-Lkw pro Jahr
Laut dem österreichischen Mobilitätsverein VCÖ hatten im vergangenen Jahr mehr als 2,4 Millionen Lastwagen die Brennerautobahn
genutzt. Auf den Transitrouten der benachbarten Schweiz sind es demnach nur etwa 860.000 Lkw gewesen. Bürgermeister
Mühlsteiger wirbt deshalb dafür, die Lkw-Maut auf der Brennerautobahn auf das Schweizer Niveau anzuheben. Außerdem fordern die Demonstrierenden, den Schwerverkehr auf die Schiene zu verlagern und besseren Lärmschutz einzubauen.
Obwohl der Protesttag in die Pfingstferien mehrerer deutscher
Bundesländer fiel, blieb das befürchtete Verkehrschaos zunächst aus. Laut dem Österreichischen Automobilclub haben viele Reisende ihre Fahrten wegen des Protests verschoben. Allerdings könne es in den folgenden Stunden oder Tagen zu stärkerem Verkehr kommen, weil die Fahrten dann nachgeholt werden.
Wegen des Protests musste das Gebiet weiträumig umfahren werden. Die Brennerstraße
B182, die Ellbögener Straße (L38) und die Stubaitalstraße (B183)
durften am Samstag nur Fahrer nutzen, die nachweislich in der Gegend zu tun hatten. Der ADAC und das Auswärtige Amt (AA) in Berlin
hatten im Vorfeld vor Staus auf Ausweichstrecken bis in den Sonntag
hinein gewarnt.
