Der brasilianische Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva wird erneut zur Präsidentschaftswahl im Oktober antreten. Auf dem Parteitag seiner linksgerichteten Arbeiterpartei (PT) in São Paulo wurde der 80-Jährige offiziell als Kandidat gekürt. Lula strebt damit seine insgesamt vierte Amtszeit an.
Auf dem Parteitag erklärte Lula vor rund 3.000 Anhängerinnen und Anhängern, er sei in »bester Form« – er berichtete von seinen täglichen Sportübungen und davon, gegen das Altern anzukämpfen. Seine Unterstützer sangen, schwenkten die rote Flagge der PT und Plakate mit Aufschriften wie »Brasilien gibt nicht auf«.
Unter Lula erfuhr Brasilien zuletzt ein solides Wachstum und Rekordbeschäftigungen. Gleichzeitig leiden die Menschen unter hohen Lebenshaltungskosten.
Herausforderer Bolsonaro junior
Lulas Herausforderer ist der mit 45 Jahren deutlich jüngere Flávio Bolsonaro. Der Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, den Lula bei der Wahl 2022 knapp besiegt hatte, wird für die rechtskonservative Partido Liberal (PL) als Kandidat antreten. Bolsonaro wird unter anderem von dem rechtspopulistischen Präsidenten Argentiniens, Javier Milei, sowie dem rechtsnationalen israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu unterstützt. Die Familie Bolsonaro unterhält zudem enge politische Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump.
Die Präsidentenwahl in Brasilien soll am 4. Oktober stattfinden. Eine Stichwahl findet am 25. Oktober statt, sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen. Umfragen sahen zuletzt den linken Staatschef Lula mit 48 Prozent in der Wählergunst leicht vor Bolsonaro. Dieser kam auf 43 Prozent.
