Die Bindungstheorie beschreibt, wie frühe Erfahrungen emotionale Bindungsstile prägen, die das Verhalten in Beziehungen beeinflussen. Basierend auf der Forschung von John Bowlby und Mary Ainsworth unterscheidet man mehrere Bindungsstile: sicher, ängstlich und vermeidend sowie ängstlich-vermeidend. Wer sicher gebunden ist, fühlt sich in Beziehungen sicher, hat Vertrauen in andere und in sich selbst und meist auch stabile Partnerschaften. Wer ängstlich gebunden ist, hat oft ein schwaches Selbstwertgefühl, ist überaus sensibel für Anzeichen der Veränderung und neigt zum Klammern. Wer vermeidend gebunden ist, hat ein starkes Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Freiheit und neigt dazu, andere auf Abstand zu halten. Der Psychologe Amir Levine forscht seit Jahrzehnten zu dem Thema und
sagt: Sicher gebunden zu sein, kann man lernen. Und es hat Vorteile
nicht nur für romantische Beziehungen, sondern auch für den Beruf und weitere Lebensbereiche.
