Sirenen ertönen, Warnmeldungen erscheinen und Handyalarme schrillen: Am Donnerstag ist der sechste bundesweite Warntag. Dann werden auch die Warnsysteme in Thüringen auf die Probe gestellt, wie das Innenministerium mitteilte. Was es damit auf sich hat.
Was ist der Warntag überhaupt?
Bund, Länder und Kommunen wollen den Tag nutzen, um zu überprüfen, wie gut die Warnsysteme für tatsächliche Notfälle und Gefahrenlagen für die Bevölkerung – Brände und schwere Unwetter etwa – funktionieren. Erstmals gab es den Warntag am 10. September 2020. Er findet in der Regel am zweiten Donnerstag im September statt. Getestet werden verschiedene Kanäle, auf denen vor Gefahren gewarnt werden kann.
«Jederzeit kann eine Naturkatastrophe über uns hereinbrechen oder können unsere kritischen Infrastrukturen angegriffen werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Thüringerinnen und Thüringer ständig auf solche Ereignisse vorbereitet sind. Der bundesweite Warntag soll die Bürgerinnen und Bürger an diese eigene Verantwortung erinnern», betonte Innenminister Georg Maier (SPD).
Mit dem Warntag sollen Fehlerquellen erkannt und ausgemerzt werden. Um dabei ein lückenhaftes Bild zu vermeiden, sei es wichtig, dass möglichst viele Landkreise und kreisfreie Städte mit ihren Feuerwehren mitmachen, so Maier.
Was passiert am Donnerstag?
Ab 11.00 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bundesweit Probewarnungen über das sogenannte Modulare Warnsystem aus. Damit sind wiederum Warnkanäle, darunter Handy-Apps und Rundfunksender, verbunden. Diese versenden zeitversetzt die Probewarnung auf Fernseher, Radios und Smartphones.
Über das sogenannte Cell-Broadcast-System sollte bei den meisten eingeschalteten Handys, die nicht im Flugmodus sind, ein schriller Ton ausgelöst werden – selbst wenn dort keine Warn-Apps installiert sind und das Gerät auf lautlos gestellt ist. Über keinen anderen Weg seien mehr Menschen zu erreichen, heißt es dazu beim BBK.
Zeitgleich können Länder, Landkreise und Kommunen lokale Probealarme auslösen, etwa Sirenen jaulen lassen, Lautsprecherwagen oder digitale Stadtinformationstafeln nutzen. Gegen 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung.
Und wenn es einen tatsächlichen Notfall gibt?
Das Warnsystem bleibt auch während der bundesweiten Probewarnungen jederzeit einsatzbereit. Falls es tatsächlich zu einer Gefahrenlage kommt, können die zuständigen Behörden die Menschen wie gewohnt über das Modulare Warnsystem und seine Kanäle erreichen.
Wie verlief der Warntag in Thüringen im vergangenen Jahr?
Die Warnungen über Sirenen, Smartphones und Rundfunk erreichten damals nach Einschätzung des Innenministeriums einen großen Teil der Bevölkerung Thüringens. Landesweit wurden demnach 1.211 Sirenen ausgelöst – 475 davon digital. Auch über ihre Smartphones wurden viele Menschen gewarnt. In Jena und Erfurt habe es zudem Lautsprecherdurchsagen gegeben.
Nicht alle digitalen Stadtinformationstafeln funktionierten. Auch nicht alle DAB+-Radios seien erfolgreich angesteuert worden – die Funktion sei nicht überall in Thüringen gegeben gewesen.
Wie sieht es inzwischen mit dem Sirenennetz aus?
Die Sireneninfrastruktur wird laut Innenministerium stetig aus- und umgebaut. Im laufenden Jahr seien rund 1,23 Millionen Euro vom Land und etwa 229.800 Euro vom Bund für die Ertüchtigung oder den Neubau von Sirenen beschieden worden. Weitere Landesmittel stünden noch in Aussicht. Für dieses Jahr listet das Ministerium 176 Neubauten und 91 Umrüstungen auf. Dabei gehe es aber nur um solche, in die Gelder von Bund oder Land fließen. Keine aktuelle Übersicht gibt es demnach über die Sirenen, die Kommunen mit eigenen Mitteln verantworten.
Was, wenn es am Donnerstag hinkt?
Im Anschluss an den Probealarm können Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen teilen und von Donnerstag 11.00 Uhr bis zum 17. September bei einer Online-Befragung des BBK teilnehmen.
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