DIE ZEIT: Frau Matthes, sie forschen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur digitalen Transformation auf dem Arbeitsmarkt. Bedroht KI den Berufseinstieg junger Menschen?
Britta Matthes: Berufseinsteiger haben es gerade allgemein sehr schwer auf dem deutschen Arbeitsmarkt, besonders Menschen, die studiert haben. Ich denke aber nicht, dass künstliche Intelligenz dafür verantwortlich ist.
ZEIT: Wer dann?
Matthes: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise. Die KI ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch gar nicht wirklich angekommen. Ich und meine Kollegen am IAB gehen sogar davon aus, dass sie mehr Arbeitsplätze schafft, als sie ersetzt. Die wenigsten KI-Algorithmen sind schon so weit, Arbeitsplätze zu gefährden. Das wäre übrigens nichts grundsätzlich Schlechtes: Das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland sinkt. Perspektivisch gibt es zu wenige Menschen für zu viele Jobs. Wir hoffen, dass KI Arbeitsplätze kompensieren kann, für die sich wenig Interessierte finden.
