
Physische Engpässe für Heizöl sind auf absehbare Zeit für Deutschland wohl eher unwahrscheinlich. Aber der Preis ist enorm gestiegen. Zuletzt hat er 177,86 Euro je 100 Liter erreicht. Im Sommer lag die Aufmerksamkeit vor allem auf Benzin, zumal dessen Preis laufend an den Anzeigetafeln der Tankstellen vorgeführt wird. Das hat vermutlich für viele dazu geführt, das Heizthema bislang zu unterschätzen. Knapp 19 Prozent der Haushalte in Deutschland heizen noch mit Öl. Sie werden den deutlichen Preisanstieg merken, sobald sie jetzt Brennstoff nachbestellen. Das wird richtig teuer.
Für Haushalte mit Gasheizung, das sind rund 56 Prozent, kommen die Preiserhöhungen oftmals zeitversetzt. Zudem sorgte die Abschaffung der Gasspeicherumlage zunächst für etwas Entlastung. Zuerst waren es nur die Großhandels- und Neukundenpreise für Erdgas, die enorm gestiegen sind und zum Teil Rekordmarken erreichten. Nach und nach trifft es aber auch die Masse der Haushalte. Oftmals droht nach dem Ablauf der Garantiezeit im Vertrag ein Preissprung.
Mittelfristig führt für viele Haushalte wohl kein Weg am Austausch der alten Heizung vorbei. Kurzfristig aber könnte auch wieder Sparen angesagt sein. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Debatte aus der Energiekrise von 2022, ob man im Wohnzimmer in der Daunenjacke „Tatort“ gucken solle. Zumindest in kostenbewussten Haushalten könnte das wieder losgehen.
