
Die deutsche Basketball-Party in Berlin geht weiter: Vor den Augen von Dirk Nowitzki ist das Team von Bundestrainer Olaf Lange bei der Heim-WM gegen Südkorea ins Viertelfinale gestürmt und gehört damit erstmals bei einer Weltmeisterschaft zu den besten acht Teams. Gegen die Asiatinnen gewann die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes mühelos mit 94:56 (46:29) und fordert nun im Kampf um den Halbfinal-Einzug Europameister und Mitfavorit Belgien.
Gegen die Mannschaft um Emma Meesseman, die als Gruppensieger direkt weiterkam, hatte es bei der EM im vergangenen Jahr im Viertelfinale eine klare Niederlage gegeben. Nun sind Leonie Fiebich und Co. am Donnerstag (17.45 Uhr bei ProSieben MAXX und Magentasport) heiß auf die Revanche. Gegen Südkorea war Marie Gülich mit 19 Punkten beste deutsche Werferin. Nach der klaren Auftaktniederlage gegen Spanien war es der dritte deutsche Sieg in Serie.
„Wir haben unser Selbstvertrauen gefunden“
Die DBB-Auswahl trat von Anfang an voller Überzeugung auf. „Wir haben unser Selbstvertrauen gefunden“, hatte Lange vor der Partie gesagt. „Im ersten Spiel gegen Spanien waren da noch viele Zweifel. Aber durch die Siege gegen Japan und Mali haben wir unseren Glauben gefunden und glauben mehr an unsere Stärken.“
Gegen die deutlich kleineren Südkoreanerinnen spielte das deutsche Team die körperliche Überlegenheit von Beginn an geschickt aus. Die Gastgeberinnen zogen immer wieder zum Korb und waren von ihren Gegenspielerinnen kaum zu stoppen. Schon nach dem ersten Viertel lag Deutschland mit neun Punkten vorne (23:14), zur Halbzeit war die Partie beim Stand von 46:29 praktisch bereits entschieden.
„Wir alle haben so Bock, vor dieser Kulisse zu spielen“
Dass es das vierte Spiel in fünf Tagen war, merkte man den deutschen Spielerinnen nicht an. „Wir alle haben so Bock, vor dieser Kulisse zu spielen, dass wir gar nicht groß darüber nachdenken, wie müde wir sind“, hatte Kapitänin Gülich im Vorfeld gesagt.
Durch den klaren Vorsprung konnte es sich Lange wie schon am Tag zuvor beim Kantersieg über Mali leisten, seinen Topspielerinnen immer wieder Verschnaufpausen zu geben. Schon vor der Pause kamen alle zwölf Spielerinnen zum Einsatz. „Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass wir Tiefe haben“, sagte Lange.
Vor allem Gülich, die nach einem Jahr Pause wegen eines Kreuzbandrisses in diesem Sommer wieder ihre ersten Spiele macht, stach aus einer geschlossenen Teamleistung heraus. Nach 20 Minuten hatte sie bereits 14 Punkte, drei Rebounds und drei Assists auf ihrem Konto.
Nach dem Seitenwechsel baute Deutschland den Vorsprung kontinuierlich aus. Im dritten Viertel wuchs die Führung auf über 30 Punkte an. Auch, weil die Südkoreanerinnen schwach aus der Distanz trafen. Nowitzki konnte die Partie so gelassen in einer Loge der Uber Arena verfolgen. Der NBA-Champion von 2011 wird auch zum Viertelfinale gegen Belgien wiederkommen. Dann dürfte er eine deutlich spannendere Partie erleben.
