Die deutschen Basketballerinnen haben ihren bemerkenswerten Lauf bei der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin ohne die historische erste Medaille beendet. Das Team um Leonie Fiebich verlor das Spiel um Bronze gegen den Europameisterschaftszweiten Spanien klar mit 58:81 (36:40) und geht trotz des überraschenden Einzugs ins Halbfinale leer aus.
Platz vier als bestes Abschneiden der Geschichte
Platz vier bleibt für das Team von Bundestrainer Olaf Lange ein Erfolg und das beste Abschneiden der Geschichte. Noch mehr wert ist das Resultat angesichts des Fehlens von Starspielerin Satou Sabally, die aufgrund der Folgen einer Gehirnerschütterung ihre Teilnahme frühzeitig absagen musste. Die ältere der beiden Sabally-Schwestern gilt als beste deutsche Spielerin.
„Ich hätte dem Team eine Medaille gegönnt, ich glaube, das hätten wir uns verdient. Dass es jetzt nicht geklappt hat, ist eine Erfahrung, die wir mitnehmen müssen, ein Schmerz, den wir mitnehmen müssen und in Aggression und Motivation umwandeln müssen für das nächste große Turnier“, sagte Leonie Fiebich. Dass sie und ihre Mitspielerinnen für eine große Begeisterung während der Heim-WM gesorgt hatten, tröstete sie in dem Moment nicht: „Ehrlich gesagt tut es gerade einfach nur weh.“
Erstmals seit fünf Jahren keine Basketball-Medaille
Für den Deutschen Basketball Bund (DBB) endet nach glänzenden Jahren eine beeindruckende Medaillenserie. Seit 2022 hatte der Verband immer mindestens einmal Edelmetall bei Großereignissen gewonnen. WM- und EM-Titel des Männer-Nationalteams um Kapitän Schröder und Olympia-Gold der 3×3-Frauen in Paris waren dabei die Höhepunkte.
Die zehn Tage Frauen-Basketball in der Hauptstadt wird der DBB dennoch als Erfolg auf ganzer Linie verbuchen. Das Lange-Team hat die Erwartungen sportlich übertroffen. Und insgesamt fanden sich rund 230.000 Menschen bei den Spielen in der Arena am Ostbahnhof sowie der Max-Schmeling-Halle an.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz war unter den Zuschauern. „Diese Stimmung wünsche ich mir fürs ganze Land, ich wünsche sie mir vor allem für die deutsche Olympia-Bewerbung“, sagte der CDU-Chef, der gleich zum Auftakt dabei war. Nowitzki wurde in der Finalrunde zum Dauergast und sprach von einem „Sommermärchen“ in Berlin. „Die Wertschätzung ist größer geworden, für Frauen und Männer. Das sieht man“, sagte die Basketball-Ikone.
Die Krönung des Heimturniers sollte es ausgerechnet gegen die starken Spanierinnen geben, gegen die man zum WM-Auftakt noch so deutlich verloren hatte. „Wir bekommen die Chance, uns zu revanchieren. Dafür sind wir sehr dankbar – es gibt keinen besseren Gegner, das Turnier zu beenden“, sagte Chefcoach Lange.
Gleich 25 Ballverluste im Halbfinale gegen Frankreich
Wie am Vortag beim 64:86 im Halbfinale gegen Frankreich zeigte sich auch im Bronze-Spiel: Die absolute Weltspitze ist noch ein gutes Stück entfernt. Zwar warfen Fiebich und Co. im ersten Viertel besser und hochprozentiger aus dem Feld als ihre Gegnerinnen. Doch weil das spanische Team die Gastgeberinnen zu Ballverlusten zwang und unter den Körben dominierte, geriet Deutschland zweistellig in Rückstand.
Gegen Frankreich erlaubte sich Deutschland 25 Ballverluste – so viele waren es diesmal zwar nicht, doch die beiden Partien wiesen einige Parallelen auf. Im Halbfinale lag Langes Team für insgesamt elf Sekunden in Führung. Im Bronze-Spiel waren es zwölf, beim Stand von 2:0.
Wann immer Deutschland ins Spiel zurückzufinden schien, hatte Spanien die passende Antwort. Ein 15:3-Lauf zum Start in die zweite Halbzeit brachte den Favoriten auf die Siegerstraße, danach wurde es nicht mehr richtig eng. Im Schlussviertel brach das deutsche Team auseinander und bekam offensiv nicht mehr viel hin. Für Spanien Frauen ist es nach Bronze 2010, Silber 2014 und Bronze 2018 die vierte Medaille bei einer Weltmeisterschaft.
