Die SPD in Baden-Württemberg hat beim Parteitag in Ulm eine neue Doppelspitze gewählt. Die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori erhielt 266 der
303 Stimmen (87,8 Prozent), der ehemalige Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch aus
Sigmaringen kam auf 238 Ja-Stimmen (78,5
Prozent). Es gab jeweils drei Enthaltungen.
Schon im Vorfeld hatte die Partei eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Die beiden neuen Vorsitzenden hatten sich dabei bereits mit einer absoluten Mehrheit gegen die Gegenkandidaten durchgesetzt. Das
Ergebnis war bindend, Cademartori und Mesarosch mussten insofern nur noch formal
vom Parteitag gewählt werden.
Neues Duo vereint unterschiedliche Parteiflügel
Die baden-württembergische SPD
stellte sich damit nach ihrem historisch schlechten Ergebnis bei der
Landtagswahl Anfang März an ihrer Spitze neu auf. Die Sozialdemokraten kamen bei der Wahl auf nur noch 5,5 Prozent der Stimmen. Es war das schlechteste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl überhaupt.
Cademartori und
Mesarosch folgen auf den bisherigen Landeschef Andreas Stoch, der seit
2018 im Amt war. Das neue Duo kommt aus unterschiedlichen Flügeln der SPD. Mesarosch ist links-progressiv, Cademartori gehört zum
Seeheimer Kreis, einem konservativen Zusammenschluss von SPD-Bundestagsabgeordneten.
Mesarosch auf Instagram erfolgreich
Der 35-jährige Mesarosch hat auf Instagram
eine große Reichweite von derzeit rund 129.000 Followern – mehr als Parteichef Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Kurz nach der
Landtagswahl hatte Mesarosch mit einer Wutrede auf seinem Kanal für
Aufsehen gesorgt.
Cademartori ist seit 2021 direkt gewählte
Bundestagsabgeordnete für Mannheim. Die 1988 geborene Politikerin ist
verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.
