
Nach dem schweren Raubüberfall auf eine Autofahrerin in Bad Homburg am Freitagabend, bei dem das Opfer in ihrem Fahrzeug angehalten und in ihrem Wagen ausgeraubt worden ist, fahndet die Kriminalpolizei weiter nach den Tätern, die offenbar mit hoher Professionalität vorgegangen sind. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Westhessen sprach am Montag von einem „außergewöhnlichen Fall“. Auch nach Zeugen werde noch gesucht.
Gegen 19.30 Uhr hatte die 56 Jahre alte Autofahrerin verkehrsbedingt am Weinbergsweg in der Nähe des Kurparks an einer Fahrbahnverengung gehalten und war von einem anderen Fahrzeug überholt worden, vermutlich von einem Taxi. Dieses Fahrzeug hatte anschließend quer vor ihrem Auto geparkt, zwei männliche Täter waren ausgestiegen, hatten mit einem Gegenstand gegen die Seitenscheibe geschlagen, die Fahrertür aufgerissen und der Geschädigten eine Rolex-Uhr vom Handgelenk sowie zwei Ringe von den Händen gerissen. Zum Raubgut im Wert von mehr als 10.000 Euro gehören außerdem eine Tasche vom Beifahrersitz und ein Koffer aus dem Kofferraum.
Ähnliche Fälle hatte es in Deutschland immer wieder gegeben, allerdings mit weitaus weniger Brutalität. Erst im Februar kam es abermals in Bad Homburg zu einem Diebstahl im Auto. Eine Frau hatte an die Beifahrertür geklopft. Als die Fahrerin öffnete, bat die Fremde darum, ihr Geld zu wechseln. Als die Fahrerin abgelenkt war, griff die Täterin nach der Handtasche der Fahrerin und floh.
Polizei rät, sofort den Notruf zu wählen
In München wurde einem Mann durch ein geöffnetes Autofenster eine wertvolle Uhr vom Handgelenk gerissen. Ebenfalls auf eine Rolex abgesehen hatten es Täter vor einem Jahr in Frankfurt, die in einem Parkhaus einem Mann auflauerten. Die Tat ereignete sich jedoch auf dem Weg zu seinem Auto, nicht darin. Im Bad Homburger Fall hätte auch eine Zentralverriegelung der Türen nicht geholfen. Die Täter hatten, während die Fahrerin im Auto saß, mit einem Gegenstand die Scheibe eingeschlagen.
Weil der Fall als so speziell gilt, ist es laut Polizei schwierig, allgemeine Handlungsempfehlungen auszusprechen, um sich vor ähnlichen Situationen zu schützen. Wie bei jedem Überfall gelte es, den Notruf zu alarmieren und sich die Täter möglichst genau einzuprägen, sagte die Sprecherin am Montag.
Für die beiden Täter in Bad Homburg sind Personenbeschreibungen vorhanden. Der eine hat demnach dunkles Haar, trug eine FFP-2-Maske, ein schwarzes T-Shirt, weiße Latexhandschuhe und eine dunkle Hose. Nach Polizeiangaben sah er vermutlich „vorderasiatisch“ aus, genauso wie der zweite Täter. Dieser wird mit dunklem Vollbart, Jeans und blauem Sweatshirt beschrieben. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter 06171 / 2712-0 entgegen.
