In Berlin haben mehrere hundert Menschen gegen die für den an diesem Donnerstagabend geplante Verleihung des Axel Springer Awards an den US-Investor Peter Thiel demonstriert. Vor dem Axel-Springer-Haus demonstrierten sie unter dem Motto Thiel shall not pass (»Thiel kommt nicht vorbei«) – eine Anspielung auf ein Zitat der Figur Gandalf aus Herr der Ringe. »Die Kriege der Gegenwart werden mit Software geführt, an der Peter Thiel verdient«, sagte eine Sprecherin der Protestierenden der Nahrichtenagentur epd.
Der in Deutschland geborene Techmilliardär ist Mitgründer der Software Palantir, die zur Datenanalyse unter anderem im militärischen und polizeilichen Bereich verwendet wird. Thiel, der ein wichtiger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump ist, machte zudem immer wieder mit umstrittenen Aussagen auf sich aufmerksam, etwa dazu, ob Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar seien. Seine Ansichten, die unter anderem rechtskonservativ und libertär geprägt sind, begründet Thiel auch mit Verweisen auf biblische Mythologie.
Der Springer-Verlag wollte Thiel nach eigenen Angaben dafür würdigen, dass er »die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten unserer Zeit nachhaltig geprägt hat«. Springer-Chef Mathias Döpfner sagte, Thiel sei ein »besonders mutiger Widerspruchsgeist«. In Software wie Palantir sehe er eine »Schutzmacht der Demokratie«. Der Axel Springer Award würdigt dem Springer-Konzern zufolge Persönlichkeiten, die in herausragender Weise als Unternehmer Märkte verändern und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
