Der Autokonzern Mercedes-Benz
erwägt einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Ein solcher
Schritt müsse jedoch
wirtschaftlich sinnvoll sein, sagte Konzernchef Ola Källenius der Zeitung The Wall Street Journal.
»Die Welt
ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar,
dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss«, sagte der Manager. »Sollten
wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit«, fügte Källenius hinzu.
Zuvor hatte
bereits Volkswagen ähnliche Pläne öffentlich gemacht. Das Unternehmen will laut
VW-Chef Oliver Blume noch in diesem Jahr entscheiden, ob es in seinem
Osnabrücker Werk künftig militärische Transportfahrzeuge für die
Verteidigungsindustrie herstellen soll. Blume hatte im April jedoch betont,
dass Volkswagen keine Waffen oder Panzer produzieren werde.
Die Rüstungsindustrie boomt
Die deutsche
Autoindustrie steht unter Druck, unter anderem wegen anhaltender Zolldrohungen
aus den USA, Konkurrenz aus China und schwacher Nachfrage in Europa. Bis auf
BMW haben alle Autobauer in den vergangenen Monaten Stellenstreichungen an
deutschen Standorten beschlossen.
Die
Rüstungsindustrie dagegen wächst. Laut einem neuen Bericht des Friedensforschungsinstituts
Sipri steigerten die 100 größten Waffenhersteller der Welt ihren Gesamtumsatz im
Jahr 2024 auf einen neuen Spitzenwert.
Der größte
deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall etwa ewartet für dieses Jahr ein
Umsatzplus von bis zu 45 Prozent und kann sich nach eigenen Angaben vor Bewerbungen kaum retten. Allein in Deutschland bewarben sich im vergangenen Jahr
rund 250.000 Menschen bei Rheinmetall – gut fünfmal mehr als die 44.000 Menschen, die der
Konzern derzeit beschäftigt, sagte Konzernchef Armin Papperberger im
April.
