Rumänien will mit mehreren Maßnahmen den Pegel der unter der Trockenheit leidenden Donau erhöhen, um das abgeschaltete Atomkraftwerk in Cernavodă wieder in Betrieb nehmen zu können. Auch der zweite der beiden einzigen Reaktoren des Landes musste am 13. August abgeschaltet werden, weil die ausreichende Kühlung durch Wasser aus der Unteren Donau nicht mehr möglich war.
Das Kraftwerk liefert normalerweise ein Fünftel des rumänischen Stromverbrauchs. Die Regierung hat einen Notstand wegen der gedrosselten Stromproduktion erklärt.
Zu den Sofortmaßnahmen gegen das Niedrigwasser der Unteren Donau zählt die Einleitung von Wasser aus Stauseen. Fünf Tage lang sollen 50 Kubikmeter pro Sekunde eingespeist werden. Außerdem soll der Wasserstand mit Hilfe von Hochleistungspumpen erhöht werden. Begonnene Baggerarbeiten zur Vertiefung des Flusses sollen beschleunigt werden. Außerdem ist ein Leitwerk an einem Donau-Altarm geplant, das zusätzliches Wasser in Richtung der Kühlungssysteme des AKW Cernavodă leiten soll.
Fehlendes Wasser stört Betrieb von Kraftwerken in Europa
Auch in anderen europäischen Ländern mussten Atomkraftwerke wegen
fehlenden Kühlwassers abgeschaltet oder deren Leistung gedrosselt
werden, darunter Reaktoren in Frankreich und der Schweiz. Ungarn musste die Leistung seines Atomkraftwerks in Paks drastisch herunterfahren; zum Betrieb ist das Kraftwerk auf Kühlwasser aus der Donau angewiesen.
Wegen des Niedrigwassers der Donau drosselte Bulgarien am 20. August die Leistung seines einzigen Atomkraftwerks in Kosloduj. Das
Herunterfahren der Stromproduktion diene dazu, den sicheren Betrieb des Kraftwerks zu gewährleisten, teilte das Energieministerium mit. Es sprach von einem »beispiellosen
und kritischen« Rückgang des Donaupegels. Die Leistung
eines der beiden Reaktoren wurde um 120 Megawatt reduziert.
