An Rheinmetall-Chef Armin Papperger kam man in den vergangenen Monaten nicht vorbei. Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Rüstungskonzern steht nach der Medienpräsenz auf Platz 1 im F.A.S.-Managerranking.
Die Medienanalysten von Unicepta haben für das vierteljährliche Ranking ausgewertet, welche Dax-Konzernchefs zwischen April und Juni 2026 am stärksten in 116 deutschen und internationalen Print- und Onlinequellen präsent waren.
Papperger konnte dabei vor allem bei Verteidigungsthemen auftrumpfen. Seine Statements drehten sich einerseits um die starken Geschäftsaussichten des Rüstungskonzerns dank steigender Auftragserwartungen, andererseits aber auch um allgemeine Debatten über europäische Rüstungskooperation, Drohnenabwehr und militärische Nutzung von Künstlicher Intelligenz.
Papperger hatte globale Regeln für die Nutzung von KI gefordert und erklärt, dass bei Rheinmetall-Systemen immer der Mensch die finale Entscheidung treffe. Auch in Berichten über eine Zusammenarbeit von Rheinmetall mit der deutschen Telekom in der Drohnenabwehr kam der Manager zuletzt in den Medien zu Wort.
Der Rheinmetall-Chef verdrängt damit den bisherigen Spitzenreiter des Managerrankings auf Platz 2, Volkswagen-Chef Oliver Blume. Der dürfte sich über das Medienecho dieser Tage weniger freuen. Der Autobauer steckt in der Krise, der Abbau von zehntausenden Stellen sowie die Schließung ganzer Werke in Deutschland stehen im Raum.
In einem schwierigen Marktumfeld findet sich derzeit auch Ola Källenius wieder, der Mercedes-Chef, der es auf Rang 3 im F.A.S.-Ranking bringt.
Dass Medienpräsenz und wirtschaftlicher Erfolg nicht unbedingt Hand in Hand gehen, zeigt ein Blick auf die Performance der Dax-Konzerne an der Börse im vergangenen Quartal. Hier steht ein Mann auf Platz 1, der im Ranking nach Medienpräsenz gar nicht in Erscheinung tritt: Jochen Hanebeck, der Chef des Halbleiterkonzerns Infineon. Das Unternehmen profitiert vom Boom in der Künstlichen Intelligenz, weil seine Technologie in den Rechenzentren verbaut wird, die für den KI-Ausbau nötig sind. Gerade erst hat Infineon eine neue Chipfabrik in Dresden eröffnet. Zwischen April und Juni ist der Kurs der Aktie um 115 Prozent gestiegen.
Ebenfalls sehr gut entwickelt hat sich Siemens. Das Unternehmen von Vorstandschef Roland Busch präsentiert sich seit geraumer Zeit als Techkonzern und baut an einer eigenen Künstlichen Intelligenz für die Industrie. Das Geschäft mit Automatisierung und Digitalisierung von Fabriken wächst ordentlich. An der Börse ging es im vergangenen Quartal um fast 37 Prozent nach oben.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Auf Platz drei folgt ein Neuling, Merck-Chef Kai Beckmann, der erst seit Mai das Amt von seiner Vorgängerin Belén Garijo übernommen hat. Der größere Teil des Kursanstiegs von mehr als 36 Prozent fällt allerdings in seine Amtszeit.
Nur zwei Manager schaffen es in beiden Ranglisten unter die Top 10, aber unter sehr unterschiedlichen Vorzeichen: Adidas-Chef Bjørn Gulden erfuhr nicht zuletzt wegen der Fußball-WM gesteigertes Medieninteresse, zugleich lieferte der Sportartikelhersteller gute Zahlen. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp dürfte sich über das Medieninteresse an ihr weniger freuen. Die italienische Unicredit arbeitet an der feindlichen Übernahme der Bank und hat sich zuletzt fast 50 Prozent der Anteile gesichert, was auch den Kurs nach oben trieb.
