Der neue britische Verteidigungsminister Wes Streeting hat die Schießübung eines russischen Kriegsschiffs im Ärmelkanal als provokativ und verantwortungslos kritisiert. Es sei »nicht das erste Mal, dass Russland sich auf diese Weise verhält, und ehrlich gesagt ist dies nur die Spitze des Eisbergs der täglichen Bedrohungen«, denen Großbritannien und seine Verbündeten ausgesetzt seien, sagte Streeting. Man werde sich »unverantwortlichen« russischen Aggressionen entschlossen entgegenstellen.
Besatzung der Fregatte Neustraschimy hatte am Montag in internationalen Gewässern mit scharfer Munition geübt. Das Schiff befand sich nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums rund 74 Kilometer südlich der südwestenglischen Stadt Plymouth. Es sei während der Übung von der Royal Navy begleitet und beobachtet worden. Die britische Marine verfolge die russischen Aktivitäten weiterhin genau, hieß es.
Burnham bekräftigt Unterstützung für Ukraine
Die Angriffe erfolgten am Tag des Amtsantritts von Premierminister Andy Burnham. Der neue Premier hatte in den ersten Stunden seiner Amtszeit mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen und gesagt, er stünde »zu 100 Prozent« an dessen Seite. Später bekräftigte er bei einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) seine Unterstützung für die Ukraine. Laut der Bundesregierung vereinbarten Burnham und Merz, »den Druck auf Russland« weiter zu erhöhen.
Erst im Juni hatte ein russisches Kriegsschiff im Ärmelkanal mehrere Warnschüsse gegen eine britische Segeljacht abgeben. Russland teilte anschließend mit, das Segelboot habe sich der Fregatte Admiral Grigorowitsch gefährlich genähert. Die Bootsbesatzung wies diese Darstellung. zurück. Nur zwei Tage vor diesem Vorfall hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker gestoppt.
