Auf diese Idee muss man ja erst mal kommen, die Haare quer gestreift
zu färben und den goldenen Leib wie funkelnde Pailletten-Sterne übers Eis tanzen
zu lassen. So sehen also ab jetzt die Vereinigten Staaten von Amerika aus, stars
and stripes, als strahlend frohe pure Gegenwärtigkeit, Alysa Liu, Gold im
olympischen Eiskunstlauf der Damen. 20 Jahre alt, Kind eines chinesischen
Dissidenten, der nach dem Massaker vom Tiananmen-Platz im Juni 1989 China
verließ und nach Kalifornien ging, wohin denn auch sonst, the land of the
free. Wo auch der blonde US-Superjüngling Ilia Malinin groß wurde, als Kind
von Eltern aus der Sowjetunion, den 21-Jährigen hatte man vor ein paar Tagen
erst auf demselben Eis stürzen sehen. Nun hat er aus dem Publikum beseelt der
neuen Sternenkönigin mit den quer gestreiften Haaren gehuldigt. Der ewige
Augenblick gehört also ihr und nicht mir, ist doch auch gut, jedenfalls jetzt.
