Das Verkehrsbündnis Allianz Pro Schiene fordert, mehr alte Bahnstrecken wieder in Betrieb zu nehmen. Finanziert werden soll das aus dem Sondervermögen. Das Bündnis rief den Bund dazu auf, die sogenannten Regionalisierungsmittel zu erhöhen. So könnte nicht nur die Reaktivierung unterstützt werden, sondern später auch der Betrieb der wiederbelebten Strecken. Mit den Regionalisierungsmitteln hilft der Bund den Ländern bei der Finanzierung des Nahverkehrs.
»Wir haben jahrelang beklagt, dass es bei der Reaktivierung in Deutschland nur langsam voranging. In den vergangenen Jahren wurde teilweise kein einziger Schienenkilometer reaktiviert, bestenfalls eine niedrige zweistellige Kilometerzahl – trotz des großen Potenzials«, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz Pro Schiene. Zuletzt sei aber deutlich Bewegung in das Thema gekommen. »Viele vor langer Zeit angeschobenen Reaktivierungsvorhaben nehmen Fahrt auf, und die Schiene kommt zurück in die Fläche«, sagte Flege.
»Die Länder sollten nun auch viel stärker
als bisher Mittel aus ihrem Anteil am Sondervermögen nutzen, um die
Planungsprozesse voranzutreiben«, sagte Flege. Die stillgelegten Bahnstrecken sind oft nur wenige Kilometer lang. Durch ihre Reaktivierung bekämen vor Ort jedoch Tausende Menschen wieder Zugang zum
Bundesschienennetz.
Im Oktober 2024 hatten die Allianz Pro Schiene und der
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen einstige Trassen aufgelistet, die für eine Wiederinbetriebnahme infrage kommen. Die Liste umfasste
damals mehr als 320 Strecken mit einer Gesamtlänge von mehr als 5.400
Kilometern.
