Von New York in die ostwestfälische Provinz, vom US-Open-Finale zur 2. Qualifikationsrunde im Davis Cup: Alexander Zverev hat sein Versprechen gehalten – er schlägt am Wochenende für die deutsche Tennisauswahl auf. Mit reichlich Rückenwind reist der frischgebackene Grand-Slam-Sieger nach Halle – und kann dort ein weiteres Karriereziel ins Visier nehmen.
„Wir freuen uns sehr, dass Alexander trotz der großen körperlichen Belastung nach dieser außergewöhnlichen Grand-Slam-Saison und seinem US-Open-Triumph zu unserem Heimspiel nach Halle kommt“, sagte Deutschlands Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann vor dem Vergleich mit Kroatien.
Zverev winkt Platz eins der Weltrangliste
Zverev selbst hatte seine Teilnahme nach seinem zweiten Grand-Slam-Erfolg am vergangenen Sonntag zunächst offen gelassen. Er habe „große Lust“ zu spielen, sein Team würde ihm allerdings davon abraten, hatte der 29-Jährige nach seinem Sieg im Endspiel gegen den US-Amerikaner Ben Shelton gesagt. Nun hat sich Zverev nach kurzer Bedenkzeit für den Einsatz entschieden.
Und das, obwohl ihm für ein weiteres Karriereziel etwas Ruhe gewiss guttäte. Platz eins in der Weltrangliste winkt, der Italiener Jannik Sinner ist für Zverev nicht mehr weit entfernt. Bislang stand mit Boris Becker (1991 für zwölf Wochen) erst ein Deutscher an der Spitze des Männer-Rankings.
Aktuell liegt Zverev zwar noch 1810 Punkte hinter Sinner, der Rückstand könnte in den kommenden Wochen aber deutlich schrumpfen. Sinner fehlt derzeit wegen Knieproblemen und hat bis zum Jahresende 3550 Punkte zu verteidigen, Zverev im gleichen Zeitraum lediglich 1080.
Für das deutsche Davis-Cup-Team ist Zverevs Zusage derweil ein ganz wichtiger Schub. „Das ist ein tolles Zeichen für unsere Mannschaft und die deutschen Tennisfans“, sagte Kohlmann. Gemeinsam mit Yannick Hanfmann, Daniel Altmaier sowie dem Erfolgsdoppel Kevin Krawietz/Tim Pütz trifft Zverev am Samstag und Sonntag in Halle auf Außenseiter Kroatien.
Letzter deutscher Davis-Cup-Triumph liegt 33 Jahre zurück
Zuletzt hatte Zverev bei den Davis-Cup-Finals 2025 für Deutschland gespielt, damals scheiterte die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) im Halbfinale an Spanien.
Zu Beginn der Saison, bei der Erstrundenpartie gegen Peru in Düsseldorf, fehlte Zverev nach anstrengenden Wochen und dem Halbfinaleinzug bei den Australian Open in Melbourne. Nun ist er da.
Denn auch der Davis Cup fehlt Zverev noch in seiner Sammlung. Der letzte Triumph des DTB-Teams liegt 33 Jahre zurück. Das Finalturnier steigt Ende November in Bologna, nach den ATP Finals. Es könnte der krönende Abschluss seines mit Abstand besten Jahres werden.
