Menschliche Abgründe tun sich im auf deutschen Straßen gerne schon am frühen Morgen auf. Neulich etwa am Hamburger Hauptbahnhof: Kurz vor acht. Berufsverkehr. Ein Fußgängerüberweg führt vom Bahnhof in die Einkaufsstraße. Die Ampel springt auf Grün, eine Menschentraube setzt sich in Bewegung. Auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig verläuft aber auch ein Radweg, den die Fußgänger überqueren müssen. Eine Radfahrerin nähert sich mit Tempo, und denkt gar nicht daran, zu bremsen.

Sie fährt mitten hinein in die Menschentraube und streift eine Frau, die glücklicherweise auf den Beinen bleibt. »Hallo!«, ruft die Angefahrene. »Was soll das?« Sofort kommt es zum Wortgefecht, allerhand Beleidigungen werden ausgetauscht, die hier nicht wiedergegeben werden müssen. Es ist eine Begebenheit, wie sie in Deutschland täglich wohl einige Male passiert. Laut einer neuen Studie der deutsche Versicherungswirtschaft mit zunehmender Tendenz: »Aggression im Straßenverkehr wächst weiter. Schuld sind immer die anderen.«