Die Mehrheit der Menschen in Deutschland weist zentrale Forderungen aus dem Wahlprogramm der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zurück. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hervor. Besonders stark ist die Ablehnung bei Haltungen zu ausländischen Fachkräften und im Bildungsbereich.
Weniger als ein Fünftel (17 Prozent) der Befragten stimmten der Aussage zu, ausländische Ärzte seien wegen ihrer Herkunft weniger geeignet, Patienten angemessen zu behandeln. Unter den AfD-Anhängern teilte diese Einschätzung allerdings mehr als die Hälfte (52 Prozent). Ähnlich antworteten die Befragten auf die Frage, ob die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland zu Probleme führe. 16 Prozent sprachen sich dagegen aus – bei AfD-Anhängern jedoch 49 Prozent.
In Bezug auf Bildung lehnten die Befragten zentrale Programmpunkte der AfD in dem Bundesland ebenfalls ab. Weniger als ein Drittel (31 Prozent) befürworteten die AfD-Forderung nach mehr Beschwerdemöglichkeiten für Eltern und Schüler. Die Forderung, Lehrer sollten über Meinungsäußerungen von Schülern nur noch diskutieren lassen und nicht mit eigenen Standpunkten mitsprechen dürfen, findet bei knapp einem Viertel (24 Prozent) Zustimmung. Unter den AfD-Anhängern sind es 60 Prozent.
Befragte befürchten Einschüchterung durch AfD
Etwas mehr Zustimmung gibt es bei den AfD-Forderungen zu Kirchen. 44 Prozent der Befragte unterstützten die Aussage, die Kirchen könnten keine Sonderstellung durch Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen beanspruchen. Unter den AfD-Anhängern sind es 83 Prozent. 37 Prozent befürworten die Forderung, Kirchensteuereinnahmen künftig nur noch für Personalkosten und den Erhalt von Gebäuden verwenden zu dürfen. Vei den AfD-Anhängern sind es knapp drei Viertel (74 Prozent).
Unter den Befragten ist zudem die Sorge groß, dass die AfD-Forderungen Betroffene einschüchtern könnten. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) vermuten dies bei ausländischen Fachkräften, fast die Hälfte (48 Prozent) bei Lehrerinnen und Lehrern.
Für die repräsentative Umfrage befragte Forsa am 13. und 14. August 1007 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus drei Prozentpunkten angegeben.
