Der Deutsche Journalisten-Verband hat den AfD-Politiker Ulrich Siegmund wegen dessen Auftretens gegenüber einem ZDF-Reporter der heute show deutlich kritisiert. »Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung«, teilte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster mit. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.
Der ZDF-Reporter Fabian Köster war vergangene Woche für die heute show im ZDF bei der konstituierenden Landtagssitzung und hatte AfD-Spitzenkandidat Siegmund im Landtag für ein Interview abgepasst. Im Laufe des Gesprächs fragte Siegmund Köster, was dieser tun werde, wenn die AfD noch in diesem Jahr den Medienstaatsvertrag kündige: »Haben Sie sich schon einen Job gesucht?« Ähnlich hatte Siegmund auch bereits während des Wahlkampfes bei einem Treffen reagiert.
Im Zuge der Dreharbeiten im Magdeburger Landtag wurde der 31-jährige Köster zudem von einem Filmer des Youtube-Kanals Deutschland Kurier verfolgt und bedrängt, wie in einem Video des Kanals zu sehen ist. »Parlamentarische Räume müssen Orte sein, an denen Journalistinnen und Journalisten frei und sicher arbeiten können«, sagte DJV-Vorsitzender Beuster. Der DJV fordert die Verantwortlichen in den Landtagen auf, den Schutz der journalistischen Arbeit sicherzustellen.
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