Venezuela hat den
Geschäftsmann Alex Saab, einen Vertrauten des entmachteten Präsidenten Nicolás Maduro, an die USA ausgeliefert. Das teilte die dem venezolanischen Justizministerium
unterstellte Migrationsbehörde mit. Die US-Justiz werfe dem gebürtigen Kolumbianer zahlreiche Straftaten vor, darunter Geldwäsche, sagte die Behörde.
Der 54 Jahre alte Geschäftsmann besitzt sowohl die venezolanische auch die
kolumbianische Staatsbürgerschaft.
Es ist bereits
das zweite Mal, dass Saab an die USA ausgeliefert wird. Wegen
Geldwäschevorwürfen war er erstmals 2020 während eines Zwischenstopps in Kap
Verde festgenommen und anschließend an die USA überstellt worden. Saab soll
Maduro und seinen Verbündeten geholfen haben, aus Lebensmittelhilfen für die Not leidende Bevölkerung Venezuelas Hunderte Millionen US-Dollar Profit geschlagen
und ins Ausland geschafft zu haben. Saabs Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst
nicht zu erreichen.
In einem
gemeinsamen Schlag hatten US-amerikanische und venezolanische Einsatzkräfte Saab
bereits im Februar in
Caracas festgenommen. Die Festnahme und Auslieferung deuten auf eine neue Ebene
der Zusammenarbeit zwischen
den Strafverfolgungsbehörden der USA und Venezuelas unter der
amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez hin.
Im Rahmen eines
Gefangenenaustauschs zwischen Venezuela und den USA war Saab ursprünglich im
Jahr 2023 wieder aus der US-Haft gekommen. Daraufhin berief Maduro ihn 2024 als
Industrieminister in sein Kabinett. Nach dem erzwungenen Machtwechsel in
Venezuela durch das US-Militär entließ Venezuelas Übergangspräsidentin Saab
jedoch Anfang des Jahres aus allen politischen Ämtern.
Saab könnte den
US-Behörden Insidern zufolge Informationen liefern, um deren Anklage gegen
Maduro zu untermauern. Das US-Militär hatte den
früheren Präsidenten und seine Frau
Cilia Flores im Januar nach New York gebracht, wo sie unter anderem wegen
des Vorwurfs des Terrorismus und Drogenhandels angeklagt sind. Sie weisen die Vorwürfe zurück.
