Zum palästinensischen Gedenktag Nakba haben Hunderte Menschen in Berlin-Kreuzberg demonstriert. Rund 1.000 Teilnehmer waren laut Polizei bei der Demonstration mit dem Titel «Schluss mit der Besatzung Palästinas – 78 Jahre Al Nakba» angemeldet. Etwa 700 Polizeibeamte begleiteten den Zug. Die Demonstranten protestierten gegen Israels Militäraktionen im Gaza-Streifen sowie im Krieg im Iran.
In den vergangenen Jahren gab es bei diesen Veranstaltungen mehrfach heftige Tumulte und Flaschenwürfe auf die Polizei. 2025 wurden bei einer Demonstration mit rund 1.000 Teilnehmern mehrere Polizisten verletzt, einer davon schwer. 56 Menschen wurden damals festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte danach unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.
Polizei warnt Teilnehmer
Vor der Demo am Samstag hatte die Polizei an die Demonstranten appelliert, «weder verbotene Parolen anzustimmen, zu rufen», noch andere «versammlungstypische Straftaten zu begehen».
Am Nachmittag sprach die Berliner Polizei von einer friedlichen Veranstaltung. Der Zug laufe «themenbezogen und ruhig», sagte ein Polizeisprecher. Vor Ort war es dennoch laut. Ein Aktivist brüllte zusammen mit den Demonstranten «Free, free Palestine» und «Viva, viva Palestina». Es wurde zudem gerufen: «Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt». Auf den Plakaten war etwa zu lesen: «Deutschland ist mitschuldig am Völkermord in Gaza» oder «Schluss mit dem Besatzungsterror».
Der Gedenktag Nakba am 15. Mai erinnert an Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser im ersten Nahostkrieg 1948 nach der Staatsgründung Israels.
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