Dieser Podcast ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 20/2026.
Tausende junge Menschen aus Indien kommen mit großen Hoffnungen nach Deutschland. Sie wollen hier studieren und sich ein Leben aufbauen. So geht es auch Ravi, der eigentlich anders heißt. Ravi lebt seit zwei Jahren in Deutschland, offiziell ist er bei einer privaten Hochschule in Berlin eingeschrieben. Doch wie so viele junge indische Studierende gerät auch er in einen Teufelskreis.
Private Hochschulen verlangen oft hohe Studiengebühren, viele Studierende finanzieren sie mit Krediten. In Deutschland angekommen, müssen sie schnell Geld verdienen. Weil ihnen oft die Sprachkenntnisse fehlen, landen viele bei Lieferdiensten –häufig bei dubiosen Subunternehmen. Die Arbeit ist nicht nur ein Knochenjob, sondern teilweise illegal. Manche arbeiten schwarz, erhalten keinen Mindestlohn und werden nur pro Lieferung bezahlt. Wer sich beschwert, riskiert den Job.
Auch beim Wohnen werden viele ausgebeutet. Oft teilen sich Menschen wie Ravi winzige, heruntergekommene Zimmer, zahlen Hunderte Euro für ein Bett und leben ohne Privatsphäre. Die Lebensumstände sind hart, und doch wollen viele nicht zurück nach Indien: Mit indischen Gehältern ließen sich
die Schulden nie tilgen. Sie sitzen in der Falle, gefangen zwischen
Scham, Verzweiflung und der Hoffnung, es doch noch zu schaffen.
Wie dieses System funktioniert, wer daran verdient und was die Politik dazu sagt, darum geht es in diesem Was-jetzt?-Spezial mit Hannah Grünewald und Anant Agarwala.
Recherche: Jana Gioa Baurmann und Anant Agarwala. Die Recherche finden Sie hier.
Produktion: Markus Gläser
Redaktion: Elise Landschek
Skript und Moderation: Hannah Grünewald
