Angelica Domröse ist tot. Wie die Defa-Stiftung mitteilte, starb die Schauspielerin im Alter von 85 Jahren in Berlin. Zuvor hatten die SuperIllu und der MDR berichtet.
Bekannt war die in Berlin aufgewachsene Domröse
vor allem aus dem DDR-Kultfilm »Die Legende von Paul und Paula«, in dem
sie 1973 an der Seite von Winfried Glatzeder die Rolle ihres Lebens
spielte. Domröse spielte darin die
alleinerziehende Mutter Paula, die sich in den verheirateten Paul
(Glatzeder) verliebt. Der Film zeigt den Alltag in der DDR und
fragt, was man vom Leben erwarten kann. »Es muss doch noch was anderes geben als schlafen, arbeiten. Und wieder
schlafen und arbeiten«, sagt Paula in einer Szene. Das Drama gilt als
einer der Lieblingsfilme von Ex-Kanzlerin Angela Merkel.
Woidke und Weimer würdigen Domröse
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teilte mit, Domröse
habe über Jahrzehnte »Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern
bewegt«. »Ihre Rollen waren von einer unheimlichen Authentizität und
künstlerischer Kraft geprägt, die das Lebensgefühl vieler Menschen
widerspiegelte.«
»Mit Angelica Domröse verlieren wir eine
große Schauspielerin, die uns als ›Paula‹ lehrte, dass Liebe und
Freiheit keine Kompromisse dulden«, teilte Kulturstaatsminister Wolfram
Weimer mit. »Sie war aber nicht nur das Gesicht einer der größten
Erfolge des DDR-Kinos, sondern auf den Theaterbühnen von Ost und West
und in zahlreichen Fernsehproduktionen eine unverwechselbare
Charaktergröße. Angelica Domröse wird fehlen.«
»Das kann man nicht von vielen Arbeiten sagen im Leben«
Geboren wurde Domröse 1941 in Berlin, als
junge Frau stand sie erstmals vor der Filmkamera. Nach dem Abschluss
der Babelsberger Filmhochschule ging sie ans Berliner Ensemble, später
trat sie an der Berliner Volksbühne auf. Dutzende Filme drehte Domröse bis zu
ihrer Ausreise aus der DDR. Dazu gehörten Theodor Fontanes »Effi Briest«
in der Defa-Verfilmung und der TV-Mehrteiler »Wege übers Land«. Domröse war in zweiter Ehe mit ihrem Kollegen Hilmar Thate (1931-2016) verheiratet. Die beiden setzten sich wie viele Künstler für Liedermacher Wolf Biermann ein, der 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde. Auch Domröse ging später mit ihrem Mann nach West-Berlin.
Einen solchen Erfolg wie mit der »Paula« habe sie nie wieder gehabt, sagte Domröse
der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview im Jahr 2021. »Und ich
hatte doch eine ganze Menge, ich kann mich nicht beschweren.«
Die Rolle der Paula damals sei eine Wucht gewesen, erzählte Domröse. Wenn andere Generationen heute noch sagten, sie verstünden den Film und fänden ihn interessant, sei das eine Erfüllung. Domröse fügte hinzu: »Das kann man nicht von vielen Arbeiten sagen im Leben.«
