In einem Krankenhaus in den Niederlanden sind nach der Aufnahme eines mit dem Hantavirus infizierten Menschen zwölf Mitarbeitende des Personals in Quarantäne geschickt worden. Dabei handle es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, sagte Bertine Lahuis, Vorstandsvorsitzende des Radboudumc-Krankenhauses in der Stadt Nijmegen. Die Chance, dass sich die Mitarbeitenden angesteckt hätten, sei sehr gering.
Auslöser für die Entscheidung war demnach, dass im Umgang mit Urin- und Blutproben der infizierten Person Vorsichtsmaßnahmen nicht ausreichend beachtet worden waren. Wie die niederländische Zeitung De Telegraaf berichtete, konnte ein Sprecher des Krankenhauses keine genaueren Angaben machen, außer dass es »unzureichend geschützten Kontakt« gegeben habe. Die betroffenen Mitarbeitenden sollen sich für sechs Wochen in Quarantäne begeben.
Man werde den Vorfall genauestens untersuchen, versicherte Lahuis. Die Maßnahme habe trotz der geringen Gefahr große Auswirkungen auf alle Beteiligten. »Wir bedauern, dass dies in unserem Universitätsklinikum passiert ist.«
WHO sieht keine Gefahr eines größeren Ausbruchs
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Hantavirus besonders ansteckend, sobald die ersten Symptome aufgetreten sind. »Die ersten Augenblicke der Krankheit sind die Phase, in der die Ansteckungsfähigkeit am höchsten ist«, sagte WHO-Experte Olivier Le Polain. Es dürfe bei der Isolierung möglicher Kontaktpersonen deshalb nicht gewartet werden, bis erste Symptome auftreten.
Angesichts der langen Inkubationszeit des Virus und des Kontakts der Menschen auf dem Schiff gehe man davon aus, dass in den kommenden Tagen noch weitere Infektionsfälle von der Hondius bekannt werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom
Ghebreyesus. Er sagte jedoch erneut, dass man derzeit keine Indizien für einen möglichen größeren Ausbruch des Virus sehe.
Insgesamt elf Fälle
Die WHO geht aktuell von bislang insgesamt elf Fällen aus. Neun Menschen seien positiv auf
das Virus getestet worden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bei zwei weiteren Fällen gehe man
ebenfalls von einer Infektion aus. In dieser Zählung seien die drei
Todesfälle auf dem Schiff enthalten.
Inzwischen sind alle Passagiere der Hondius von Bord gebracht worden. Bei sieben Menschen wurde das Virus bis zum Wochenende festgestellt, zwei weitere Infektionen waren am Montag bekannt geworden. Ein Spanier, der in Madrid beobachtet wird, habe zuletzt Symptome entwickelt, teilte das dortige Gesundheitsministerium mit. Der Patient leide unter leichtem Fieber und Atemwegsbeschwerden, sein Zustand sei aber stabil. Er und 13 weitere Hondius-Passagiere werden in der Klinik isoliert, um eine Ausbreitung des potenziell tödlichen Virus zu verhindern. Drei Menschen sind bisher im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Hantavirus gestorben.
