Im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Vivantes-Kliniken ist auch in der neunten Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt worden. Es geht um eine bessere Bezahlung für Angestellte aus Gastronomie, Logistik, Reinigung und anderen Bereichen der Vivantes-Tochterunternehmen. Die Tarifverhandlungen laufen seit Januar.
Beide Seiten sind weiter zerstritten. Verdi warf Vivantes am Nachmittag vor, eine überfällige Tariflösung für die Beschäftigten zu verzögern. Als Vorwand, kein Angebot vorzulegen, nutze das Unternehmen einen Streit über den Notdienst in der Sterilisation, kritisierte die Gewerkschaft, die die Verhandlungen aussetzte.
Verdi fordert einen Tarifvertrag, bei dem die Regelungen des Tarifvertrags für Beschäftigte des öffentlichen Diensts in Krankenhäusern (TVÖD-K) eins zu eins auf die Vivantes-Beschäftigten übertragen werden.
Vivantes teilte mit, es wolle zeitnah zu einer tragfähigen Lösung kommen. «Dass ver.di die Verhandlungen aufgrund einer temporären Auseinandersetzung zu einer selbst zugesagten Notdienstbesetzung aussetzt, ist insofern wirklich schwer nachvollziehbar», sagte Vivantes-Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt. «Unser konkret mit Zahlen unterlegtes Angebot zu unterbreiten, war uns insofern heute leider nicht mehr möglich.»
Vivantes appelliere erneut an die Gewerkschaft, die bislang ergebnislosen Gespräche konstruktiv fortzuführen, hieß es. Verdi teilte mit: «Die Tarifkommission von ver.di hat entschieden, eine Verhandlungspause einzulegen, um Vivantes die Möglichkeit zu geben, in konstruktive Verhandlungen zurückzufinden.»
Bei den Vivantes-Tochterunternehmen arbeiten rund 2.200 Beschäftigte. Die Verhandlungen sollen am 15. Mai fortgesetzt werden.
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