Man könnte fast denken, auf der Domplatte in Gelsenkirchen-Buer würde gerade ein Fest für ehemalige Bergmänner gefeiert werden. »Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt« tönt es aus einer großen Lautsprecherbox. Es ist das Steigerlied, die Hymne der Bergleute. Mehrere Männer, vielleicht in ihren Sechzigern, tragen gelbe Helme, manche einen Blaumann.
Wären da nicht die Plakate.
»Wir sind Opfer, keine Täter«, steht auf einem.
»Aufklärung statt Lügen« auf einem anderen.
Und: »40 Jahre Schwarzarbeit«.
Mehr als vier Monate sind mittlerweile vergangen, seit mehrere maskierte Einbrecher in ein Parkhaus in Buer fuhren und dort unbemerkt ein etwa anderthalb Meter großes Loch in eine Wand bohrten. Durch das Loch konnten sie in den Tresorraum der örtlichen Sparkassenfiliale steigen, wo sie mehr als 3.000 Schließfächer aufbrachen. Darin befanden sich Bargeld, Gold und Schmuck im Wert von mutmaßlich mehr als 100 Millionen Euro. Der Bankeinbruch gilt als einer der größten Coups der deutschen Kriminalgeschichte.
