Das US-Militär hat erneut ein Boot angegriffen, deren Besatzung sie Drogenschmuggel vorwirft. Dabei wurden drei Männer getötet, wie das zuständige US-Regionalkommando Southcom auf X mitteilte. Das Schiff habe sich auf einer bekannten Drogenhandelsroute im östlichen Pazifik befunden. Ein auf X veröffentlichtes Video zeigt ein Boot, das explosionsartig in Flammen aufgeht. Die Angaben des US-Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump greift das US-Militär seit Herbst vergangenen Jahres Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik an, mit denen angeblich Drogen in die USA geschmuggelt werden sollen. Erst am Montag hatte das Militär in der Karibik bei einem Angriff zwei Männer getötet. Laut US-Angaben zufolge wurden bislang mindestens 191 Menschen getötet.
Trump hatte gesagt, dass sich die USA in einem »bewaffneten Konflikt« mit Kartellen in Lateinamerika befänden, und die Angriffe als notwendige Eskalation gerechtfertigt, um den Drogenfluss zu stoppen. Seine Regierung hat jedoch wenig Beweise vorgelegt, um diese Behauptungen zu untermauern. Kritiker stellen die Rechtmäßigkeit der Angriffe infrage. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden und Angehörigen
Fischer. Trotz des Irankriegs haben die Angriffe zuletzt wieder
zugenommen.
Hinterbliebene verklagen US-Regierung
Hinterbliebene von Opfern der Angriffe haben die US-Regierung verklagt. Die Attacke im Oktober vergangenen Jahres, bei der die beiden
Männer getötet wurden, käme einem Kriegsverbrechen gleich und sei Teil
eines »beispiellosen und offenkundig rechtswidrigen
US-Militäreinsatzes«, hieß es in der Klageschrift, die bei
einem Bundesgericht im Bundesstaat Massachusetts eingereicht wurde.
Human Rights Watch kritisierte die Angriffe und sprach von »ungesetzlichen
außergerichtlichen Tötungen«. Auch einige Mitglieder des US-Kongresses
kritisieren das
Vorgehen der Regierung, darunter zunehmend auch Mitglieder der Republikanischer Partei.
