Double-Chance oder nächster Triple-Schritt? Am Abend (21.00 Uhr/DAZN) wird sich entscheiden, wie aufregend und intensiv der Saisonendspurt des FC Bayern wird. Der 35. Meistertitel ist fix. Und das DFB-Pokalfinale gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart am 23. Mai in Berlin ist auch gebucht. Aber das größte Bayern-Spiel des Jahres soll eine Woche später in Budapest stattfinden und die Fußball-Saison triumphal beschließen.
Was steht gegen Paris Saint-Germain auf dem Spiel?
Viel. Sehr viel. Nach dem 4:5 in Paris muss Trainer Vincent Kompany mit seinem Team daheim mit zwei Toren Differenz gewinnen, um den Titelverteidiger zu entthronen. Eine Führung mit einem Tor nach 90 Minuten würde Verlängerung bedeuten. Auch auf ein Elfmeterschießen wären Kompanys Profis vorbereitet.
«Das ist seit Wochen in jedem Training dabei. Es ist nicht spontan, sondern geübt – so wie alle unsere Abläufe», erklärte der Coach. Kompany würde «im Austausch mit den Spielern» entscheiden, welche fünf Akteure schießen. Ob es wieder ein Halbfinal-Spektakel gibt, ist Kompany am Ende egal. «Ziel ist es, eine komplette Leistung zu zeigen und zu gewinnen. Wir wollen ins Finale!»
Wer wäre der Endspielgegner in Budapest?
Der FC Arsenal. Die Gunners aus London um Nationalstürmer Kai Havertz setzten sich gestern Abend gegen Atlético Madrid nach einem 1:1 in Spanien daheim mit 1:0 durch. In der Ligaphase verloren die Bayern in London mit 1:3.
Dominieren wieder die Offensivenreihen?
Manege frei für die Stürmerstars: Bayerns 101-Tore-Sturm mit Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz misst sich beim zweiten Offensiv-Showdown mit dem PSG-Trio Ousmane Dembélé, Chwitscha Kwarazchelia und Desiré Doué. Alle drei Bayern-Angreifer trafen im Hinspiel. Weltfußballer Dembélé und der bärenstarke Georgier Kwarazchelia schnürten sogar Doppelpacks.
Dem Angriffsrausch im torreichsten Halbfinalspiel der Königsklasse-Historie hatten die Abwehrreihen im Prinzenpark kaum etwas entgegenzusetzen. Nationalverteidiger Jonathan Tah sprach von einem «komischen Gefühl» angesichts von fünf PSG-Toren. «So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt.» Was muss heute besser werden? «Es ist das Wichtigste, dass wir aggressiv sind und in die Zweikämpfe kommen. Wir müssen Duelle und zweite Bälle gewinnen.»
Kompany kontra Enrique: Welcher Trainer triumphiert?
«Wahrscheinlich ist es das wichtigste Spiel meiner Trainerkarriere», sagte Kompany gestern. Da spürte der 40-jährige Belgier noch «eine totale innerliche Ruhe». Das wird beim Anpfiff in der ausverkauften Allianz Arena anders sein. Ein Königsklassen-Triumph wäre die frühe Krönung seiner Trainer-Karriere. Als Notlösung kam Kompany 2024 nach München. Jetzt gilt er als Idealbesetzung.
Luis Enrique hat bislang zweimal die Champions League gewonnen. 2015 mit dem FC Barcelona. Und vor einem Jahr – in München – mit Paris Saint-Germain. Den 55-jährigen Spanier reizt die Kraftprobe mit dem deutschen Rekordmeister: «Wir bewundern Bayern, sie spielen sehr guten Fußball. Aber es ist noch eine Extra-Motivation für uns, jemanden zu schlagen, der so exzellent ist.»
Wie lautet das letzte personelle Update?
Paris muss ein Handicap verkraften. Achraf Hakimi fällt verletzt aus. Rechts hinten muss Coach Enrique improvisieren. Das könnte ein echter Vorteil für die Bayern sein. Luis Díaz war schon beim Tor-Spektakel in Paris Bayerns Bester. Selbst Hakimi konnte den Kolumbianer nicht stoppen.
Kompany muss nur auf den verletzten Nationalspieler Serge Gnabry verzichten. Die in Paris fehlenden Youngster Lennart Karl und Tom Bischof kehren ebenso wie Raphaël Guerreiro nach Verletzungen in den Kader zurück.
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