
Es gibt derzeit nicht allzu viele Branchen, die Anlegern Freude bereiten. Die Aktien von Rüstungsunternehmen bildeten in den vergangenen Jahren eine rühmliche Ausnahme. Wer die Zeichen der Zeitenwende früh genug erkannt hatte, konnte am sagenhaften Höhenflug der Rheinmetall-Aktie um in der Spitze fast 2000 Prozent teilhaben. Bis zum russischen Angriffskrieg hatte eine absurd-rigide Auslegung der ESG-Kriterien die Finanzierung vieler Verteidigungsunternehmen blockiert. Seitdem dieser Irrsinn erkannt und beendet wurde, stehen auch vielen institutionellen Anlegern die Türen offen. Zuletzt lief die Entwicklung jedoch eher seitwärts – wenn auch auf hohem Niveau. Ist der Höhenflug schon vorbei?
Welches Start-up schafft den Durchbruch?
Die europäischen NATO-Staaten müssen in den kommenden Jahren erheblich aufrüsten, hohe Milliardenbudgets sind dafür schon bewilligt. Nun muss eine – gerade in Deutschland gezielt kleingehaltene – Verteidigungsindustrie auf Teufel komm raus skalieren, also Produkte in bislang nicht gekannten Stückzahlen herstellen. Dafür braucht es eine Menge Kapital. Wer das zur Verfügung stellt, dem winken auch in Zukunft noch sehr ordentliche Renditen.
Ein Selbstläufer sind gerade die Börsengänge von Start-ups aber keineswegs. In den vergangenen Jahren sind softwaregetriebene Drohnenhersteller hierzulande wie Pilze aus dem Boden geschossen, es hat sich ein neues Genre herausgebildet. Doch bald wird sich die Spreu vom Weizen trennen: Welcher dieser neuen Spieler wird den Sprung in die erste Liga der Rüstungskonzerne schaffen und eigene Systeme anbieten? Die Vorbilder aus den USA heißen Anduril und Palantir, die trotz ihrer jungen Jahre schon Milliardenumsätze machen. Der Rest kann sich entweder als Zulieferer einrichten oder auf eine im besten Fall lukrative Übernahme setzen.
