
Bund und Länder haben ein milliardenschweres Investitionsprogramm für die Kindertagesbetreuung auf den Weg gebracht. Mit einer neuen Verwaltungsvereinbarung ist die Grundlage für Bau-, Sanierungs- und Ausstattungsarbeiten in Kitas geschaffen worden – und zwar rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bis 2029.
Das Geld kommt aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“, aus dem der Bund vier Milliarden Euro zur Verfügung stellt, die nicht nur für Kitas, sondern auch für Hochschul- und Wissenschaftsinfrastruktur eingesetzt werden können. Darauf hatten die Ministerpräsidenten bestanden. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) möchte, dass das Geld vor allem in die Kitas investiert wird.
„Die Kita ist neben dem Elternhaus der Ort, an dem sich entscheidet, ob Kinder gute Startchancen haben“, sagte sie am Dienstag. Der Bund ermögliche es den Ländern, dort zu investieren, wo der Bedarf am größten sei, und unterstütze auf diese Weise besonders bedürftige Kommunen und Träger. Prien ist besonders wichtig, „dass ein großer Teil der Mittel in finanzschwache Kommunen fließen soll und in Einrichtungen, in denen viele Kinder betreut werden, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen“.
Außerdem hätten die Länder die Möglichkeit, aus ihrem Anteil am Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro weitere Mittel für die Kindertagesbetreuung einzusetzen. „Wir wissen: Jeder Euro, den wir in die frühe Bildung investieren, zahlt sich vielfach aus“, sagte Prien.
Die Länder setzen nach der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung eigene Förderrichtlinien auf und organisieren die Antrags- und Bewilligungsverfahren. Die Träger von Kitas und andere Antragsteller können dann Fördermittel für Neubau, Ausbau, Umbau, Sanierung und moderne Ausstattung einschließlich digitaler Infrastruktur und energetischer Maßnahmen einwerben.
Der Bund will damit nicht nur den Ausbau von Betreuungsplätzen, sondern auch gute und gesunde Arbeitsbedingungen für die dort tätigen Fachkräfte sowie eine zeitgemäße digitale Ausstattung unterstützen. Seit 2008 hat der Bund mit fünf Investitionsprogrammen zur Kinderbetreuung schon 5,4 Milliarden Euro bereitgestellt und damit mehr als 750.000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen, heißt es in einer Mitteilung des Familienministeriums.
