Jordanien hat im Nachbarland Syrien Luftangriffe auf ein mutmaßliches Waffen- und Drogenlager geflogen. Jordaniens Armee habe »wahrscheinlich (…) ein Hauptquartier von Rebellengruppen im Dorf Schahba in Suweida angegriffen, in dem Waffen und Drogen lagerten«, berichtete das syrische Staatsfernsehen in der Nacht unter Berufung auf örtliche Kreise. Jordaniens Armee sprach von einem »Abschreckungseinsatz gegen mehrere von Waffen- und Drogenhändlern genutzte Standorte entlang der Nordgrenze des Königreichs«.
In einer Stellungnahme erklärte die jordanische Armee, sie werde »auch weiterhin proaktiv, entschlossen und abschreckend gegen jede Bedrohung der Sicherheit und Souveränität des Königreichs vorgehen«. Sie wolle zudem ihre Fähigkeiten und Ressourcen mit voller Kraft einsetzen, »um dieser Bedrohung zu begegnen«.
Mindestens fünf Ziele
Wie die Nachrichtenagentur AFP aus örtlichen Kreisen in Syrien erfuhr, trafen mehrere Luftangriffe mindestens fünf Ziele, darunter Lagerhallen in der syrischen Stadt Arman. Zu den angegriffenen Gebieten gehörte demnach auch die südsyrische Provinz Suweida, die mehrheitlich von der religiösen Minderheit der Drusen bewohnt wird.
Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihre Informationen aus einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien bezieht, ereignete sich einer der Angriffe nahe einer Zweigstelle der örtlichen Sicherheitskräfte.
Nicht der erste jordanische Angriff
Das Königreich Jordanien führte bereits mehrfach Angriffe im Süden Syriens aus, um Drogenhändlerringe zu zerschlagen. Seit dem Sturz des früheren Machthabers Baschar al-Assad durch islamistische Milizen im Dezember 2024 einigten sich die Machthaber in Amman und Damaskus darauf, den Drogenschmuggel an der gemeinsamen Grenze verstärkt zu bekämpfen.
Jordanien hat hierfür in den vergangenen Jahren die Kontrollen an
der Grenze zu Syrien verschärft. Die Armee geht zudem im
Nachbarland gegen den Schmuggel von Waffen und Drogen vor.
Eine der wichtigsten aus Syrien geschmuggelten Drogen ist das Aufputschmittel Captagon, für das in der Golfregion eine große Nachfrage besteht. Die amphetaminähnliche Droge war unter Assad Syriens größter Exportartikel. Nachbarländer meldeten immer wieder Beschlagnahmen und forderten den Libanon und Syrien auf, ihre Bemühungen im Kampf gegen den Drogenhandel zu verstärken.
