Der 1. Mai ist in Berlin nach Polizeiangaben bisher »ausgesprochen gewaltfrei und friedlich« verlaufen. Bis zum Abend habe es keine größeren Störungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Er berichtete von einer vorläufigen Festnahme am Rande der Demonstration »Revolutionärer 1. Mai«. Zwar sei die Stimmung bei der Demonstration teilweise aggressiv gewesen, aber es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben.
Transparente und Plakate von linken und linksextremen Gruppen waren zu sehen, darunter viele zum Thema Palästina und Israel, gegen den Iran-Krieg, gegen Kapitalismus und Wehrpflicht. »Krieg dem Krieg« und »Free Palestine« war auf Transparenten zu lesen.
Zehntausende Menschen hatten bereits den ganzen Tag über auf den Straßen Kreuzbergs gefeiert. Viele Straßen waren für den Autoverkehr gesperrt, mehrere U-Bahnhöfe waren so überfüllt, dass die Bahnen dort nicht mehr hielten.
Die Polizei hatte vor der Demonstration angekündigt, gegen antisemitische Parolen oder Volksverhetzung strikt vorzugehen. Anders als in der Vergangenheit sollte die Demonstration aber nicht mehr ganz so eng von der Polizei begleitet werden, weil sie in den vergangenen Jahren zunehmend gewaltfrei blieb.
Polizei war vorbereitet
Trotzdem hielt die Polizei umfangreiche Einsatztechnik bereit: Drohnenabwehr, Hubschrauber für Übersichtsaufnahmen, Boote, Wasserwerfer im Hintergrund für den Notfall, Fahrradstaffeln, Spürhunde, Kommunikationsteams und Klettereinheiten für die Sicherung von Dächern.
Die Verleihfirmen von E-Scootern sperrten die Gebiete rund um die kritische Demonstration auf Bitte der Polizei für ihre Fahrzeuge. Ganze Straßenzüge wurden zudem mit einem sogenannten Zufahrtsschutz ausgestattet, also Sperren gegen Amokfahrer durch schwere Bauteile oder auch Polizeiwagen.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach in der RBB-»Abendschau« von knapp 50.000 Menschen, die sich zum Tag der Arbeit in Berlin versammelt hatten. »Bisher ist alles friedlich gelaufen«, sagte auch die Senatorin.
