
Die 61:87-Niederlage der Skyliners in der Basketball-Bundesliga gegen das Spitzenteam aus Berlin geriet am Sonntag schnell in den Hintergrund. Zu groß waren die Sorgen um Frankfurts Kapitän Till Pape, der verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. „Man muss jetzt schauen, ob das wirklich so schlimm ist, hoffentlich nicht“, sagte Skyliners-Geschäftsführer Sebastian Gleim nach der Partie der F.A.Z.
Knapp sechs Minuten waren im dritten Viertel noch zu spielen, als Pape nach einem Zweikampf unter dem Korb nicht mehr mitwirken konnte. Von einer „Knie-auf-Bein-Situation mit dem Gegenspieler“ sprach Gleim anschließend. Auf dem linken Bein hüpfend bewegte sich der Achtundzwanzigjährige noch an den Rand des Spielfelds, ehe er offensichtlich unter Schmerzen auf dem Rücken liegen blieb und sich das rechte Knie und den Unterschenkel hielt. Von zwei Betreuern gestützt, konnte Pape das Parkett schließlich in Richtung Kabine verlassen. Noch während der Partie war er auf dem Weg ins Krankenhaus, „zum Röntgen, mit Verdacht auf eine Fraktur“, wie Gleim sagte. Angesichts der zu befürchtenden schweren Verletzung des Kapitäns war der etwas zu deutliche Sieg der Albatrosse zweitrangig.
Kapitän Pape blieb nicht der einzige Skyliners-Ausfall
Zumal Pape nicht der einzige Ausfall war, den die Frankfurter verkraften mussten. Aufbauspieler Garai Zeeb stand verletzungsbedingt nicht im Kader; wegen einer Teilruptur des medialen Bandes mit Knochenprellung fällt er für den Rest der Saison aus, wie der Verein vor der Partie bekannt gab. Flügelspieler Radii Caisin agierte laut Gleim „wegen einer Daumenverletzung quasi mit einem Arm“. Schon nach wenigen Minuten fiel zudem William Christmas aus. Der wurfstarke Guard erzielte gegen die Albatrosse noch die ersten fünf Punkte für sein Team, ehe er das Parkett verlassen musste.
Nach einer kurzen Behandlungspause in der Kabine konnte Christmas die Partie immerhin bei seinem Team am Spielfeldrand verfolgen und kühlte sich dabei hin und wieder den rechten Oberschenkel. „Er hat sehr sicher eine muskuläre Verletzung, wahrscheinlich eine Zerrung“, gab Gleim als erste Diagnose an. Trotz des Ausfalls des Amerikaners konnten die Frankfurter das Spiel zunächst noch ausgeglichen gestalten und sich zur Halbzeit sogar einen kleinen Vorsprung erarbeiten (35:33).
Das zusätzliche Aus des Kapitäns im dritten Viertel beim Stand von 37:43 war dann aber zu viel für die Skyliners. „Das sind zwei Spieler, die über die ganze Saison für die meiste Stabilität gesorgt haben. Das ist für uns sehr, sehr schwer zu kompensieren“, so Gleim. Bis zum Ende des Viertels wuchs der Rückstand der Frankfurter so von sechs auf 16 Punkte an.
Auch mit Christmas und Pape wäre es allerdings schwer geworden, Berlin in der zweiten Halbzeit aufzuhalten. Zu stark kamen die Gäste nach einer für sie schwachen ersten Hälfte mit einer unterirdischen Drei-Punkte-Quote (nur einer von 16 Versuchen war erfolgreich) zurück, zu deutlich war die Leistungssteigerung der Albatrosse, die mit dem Sieg ihren zweiten Platz in der Bundesliga-Tabelle festigen konnten und bereits für die Play-offs qualifiziert sind.
Für die Frankfurter dagegen wird die Saison voraussichtlich in knapp zwei Wochen enden: Der Klassenverbleib ist sicher, ein Sprung auf den begehrten zehnten Platz erscheint äußerst unwahrscheinlich. „Solange irgendwas rechnerisch möglich ist, versuchen wir, es zu schaffen“, gab sich Gleim nach der Partie kämpferisch. Um noch an den Play-ins teilnehmen zu dürfen, müssen die Skyliners allerdings die drei ausstehenden Spiele gegen Bonn, Chemnitz und Ulm alle gewinnen – und dabei auf reichlich Patzer der vor ihnen liegenden Konkurrenz hoffen. Nur dann könnten sie rechnerisch noch genügend Teams überholen, um das Saisonziel, die Teilnahme an der Postseason, zu erreichen.
