Der Verdächtige im Fall des Angriffs auf das
Korrespondentendinner ist unter anderem wegen versuchten Mordes an einem US-Präsidenten angeklagt worden. Das teilte der zuständige Richter bei einer Anhörung mit. Der 31-Jährige muss sich zudem
wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten.
Die Staatsanwaltschaft forderte, den Verdächtigen in Gewahrsam
zu halten. Dem gab der Richter nach, am Donnerstag soll es dazu eine weitere Anhörung
geben.
Bei dem Galadinner am Samstagabend in Washington, D. C. war
ein bewaffneter Mann durch eine Sicherheitsschleuse gestürmt. Es fielen Schüsse. Beamte
vom Secret Service überwältigten den Angreifer, bevor er in den Saal der Gala eindringen
konnte, in dem auch US-Präsident Donald Trump, seine Frau und einige seiner Minister saßen.
Dem Verdächtigen droht lebenslange Haft
Von den Gästen des Dinners wurde niemand verletzt. Eine Kugel traf die
Schutzweste eines Beamten des Secret Service. Der Mann wurde in ein Krankenhaus
gebracht. Sicherheitsleute brachten Trump, seine Frau und Regierungsmitglieder aus
dem Raum, andere Gäste suchten Schutz unter Tischen und auf
dem Boden.
Nach Behördenangaben
war der Verdächtige mit einem Gewehr, einer Pistole und Messern
bewaffnet. Sollte der Festgenommene wegen versuchten Mordes an Trump
schuldig gesprochen werden, droht ihm lebenslange Haft.
Kritik an Sicherheitskonzept
Der Verdächtige hinterließ seiner Familie nach Angaben der
Ermittler ein Manifest, in dem er seine Pläne, gegen Vertreter der Trump-Regierung vorzugehen, offenbar darlegte. Nach Angaben des geschäftsführenden Justizministers Todd
Blanche sei auch Trump Ziel des Angriffs gewesen.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete den Angriff als den dritten schweren Attentatsversuch auf Trump. Sie zog einen Vergleich zwischen der Rhetorik in dem Manifest des mutmaßlichen Täters mit Kritik von Trumps politischen Gegnern.
Nach dem Angriff gab es Kritik an dem Sicherheitskonzept durch den Secret Service. Der Verdächtige war bereits zwei Tage vor Start der Gala in das Hotel eingecheckt, wo das Dinner stattfand, und konnte so die äußeren Sicherheitskontrollen umgehen.
