
Nicht weit von der UNESCO-Welterbestätte Naumburg entfernt liegt der kleine Ort Schulpforte. Die Zisterzienser kamen im 12. Jahrhundert in die damals noch sumpfige Gegend zwischen Knabenberg und Saale und errichteten hinter einer langen Mauer auf einer Fläche von 16 Hektar das „Kloster St. Marien zur Pforte“ mit romanischer Basilika. Eine Mühle und Teiche wurden von der kleinen Saale gespeist, einem eigens umgeleiteten Seitenarm der großen Saale. Die Mönche brachten Bildung und den Wein mit, der heute noch an den nahe gelegenen Hängen jenseits des Flusses wächst.
In der Reformationszeit wurde aus dem säkularisierten Kloster unter Moritz von Sachsen, dem späteren Kurfürsten, eine der ersten staatlichen höheren Bildungseinrichtungen in Deutschland, Schulpforta – auch die zur selben Zeit eingerichtete Schule St. Afra in Meißen existiert noch, war allerdings nicht permanent belegt. Für die Zulassung an den sogenannten „Fürstenschulen“ sollte nur die Begabung zählen. Schulausbildung, Kost und Logis waren frei für die ausgewählten „würdigen und bedürftigen Knaben“. Für sie war eine Laufbahn als Lehrer, Wissenschaftler, Beamter oder protestantischer Geistlicher vorgesehen; alte Sprachen prägten den Unterricht.
Das Kollegium wurde mehrfach ausgewechselt
Klopstock entwarf in Pforta seinen „Messias“, noch heute erinnert eine Quelle mit seinem Namen abseits der Klostermauer an ihn, Nietzsche überkam in Pforta der „Drang nach Erkenntnis, nach universeller Bildung“.
