Es gibt sie noch, die guten Nachrichten! Nur leider ist meistens nichts dran. Was hatten wir uns gefreut, als wir die „Bild“-Schlagzeile lasen: „Peter Alexanders Haushälterin enthüllt – Erbe, Todesfluch, Comeback-Pläne“. Nicht wegen eines Todesfluchs natürlich, sondern wegen der Aussicht, dass der große und sanftmütige Entertainer ein Comeback plant, welches die Herzen der Menschen mit Freude und Zuversicht füllen könnte – und das 15 Jahre nach seinem Abtritt von der Lebensbühne. Blöd nur, dass „Bild“ und Haushälterin sich unklar ausgedrückt haben, tatsächlich hatte Alexander sein Fernseh-Comeback zu Lebzeiten geplant, dann aber abgeblasen. Und was haben wir stattdessen? Das Comeback von Stefan Raab. Schönen Dank auch.
Würden wir uns über das Comeback Wolfgang Kubickis mehr freuen, wäre er wenigstens kurzzeitig mal weg gewesen? Doch wir wollen uns gar nicht beschweren: Für diese Kolumne hier ist Kubicki ein Segen. So hat er gerade in einem Podcast erzählt, wie sehr er sich geärgert habe, nachdem Friedrich Merz der FDP attestierte, sie werde „keine Rolle mehr spielen“. Die „Bild“-Zeitung protokolliert: „Und in der Sekunde habe ich gedacht – ich wiederhole das jetzt hier auch so, weil das wirklich der Gedanke war: Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!“
Wir gestehen, dass besagter Ausdruck uns neu war. Eine Recherche hierzu führte uns nicht in Kubickis Stammkneipe im hohen Norden, wo man, wie er mal erzählte, für den SPD-Mann Karl Lauterbach den Begriff „Spacken“ gebrauchen würde, sondern überraschenderweise zu einer Fachseite namens Ruhrgebietssprache.de, wo der „Eierarsch“ in die höchste Eskalationsstufe Nummer sieben eingeordnet wird, neben „Dummsau“ oder „Gesichtseintopf“ – und damit weit vor „Flappmann“ (Stufe eins), „Bratbär“ (drei), „Dämel“ (vier) oder „Blödbatz“ (sechs).
Kubicki, Mann des offenen Wortes
Als Absicht hinter einer Schmähung der Stufe sieben vermutet die Seite die „Ankündigung einer energischen handgreiflichen Auseinandersetzung“, als angemessene Reaktionen „sofortigen Gesprächsabbruch; Ortswechsel; Namen von Zeugen notieren; Rechtsanwalt einschalten“. Ob Kubicki (74) sich mit Merz (70) wirklich hauen wollte? Eher schon dürfte er gehofft haben, dass der Kanzler leichtsinnig genug wäre, ihn wegen Politikerbeleidigung anzuzeigen – dann hätte sich Kubicki mal wieder als wehrhaften Mann des offenen Wortes inszenieren können: Freiheit für den Eierarsch!
Deutlich zu viel Freiheit gegönnt hatte sich die Rapperin Katja Krasavice, die laut „Bild“ nun rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 73.900 Euro verurteilt wurde: „Die gebürtige Tschechin war vor elf Monaten – am Männertag 2025 – mit einem weißen BMW gegen 3.20 Uhr durch Leipzig gebrettert. Viel zu schnell und betrunken. Bei der Kontrolle wurde ein Blutalkoholwert von 1,28 Promille festgestellt.“ Wir verurteilen dies ausdrücklich, obzwar wir es grundsätzlich begrüßen, wenn Frauen in ausgewiesene Männerdomänen vordringen.
Krasavices Kollegin Loredana, liiert mit dem BVB-Fußballer Karim Adeyemi, hat laut „Bild“ gerade erklärt: „Dortmund ist nicht die schönste Stadt, da müssen wir jetzt niemanden anlügen und sagen, es ist mega, hier zu leben. Klar, es gibt schönere Orte. Aber für mich spielt das gar keine Rolle.“ Wenn wir das für Adeyemi mal übersetzen dürfen: Sehen Sie schleunigst zu, dass Sie nach Paris oder Barcelona wechseln, sonst gibt es daheim bald mächtig Ärger.
Als Kolumbus von der Erdscheibe fiel
Dass man neue Wege beschreiten muss, betont in „Bunte“ deren Chefredakteur Robert Pölzer: „Christoph Kolumbus hätte Amerika nicht entdeckt, wäre er das Risiko nicht eingegangen, mit seinem Schiff am Ende der Scheibe – für die man die Erde damals hielt – in den Abgrund zu stürzen.“ Hielt Kolumbus die Erde echt für eine Scheibe, war da nicht irgendwas mit einem Seeweg nach Indien? Aber vermutlich hält auch niemand „Bunte“ für ein Wissenschaftsblatt.

Einen heiklen Weg scheint uns tagtäglich Sängerin Andrea Berg auf ihrem Hof zu beschreiten: „Morgens zum Frühstück gehe ich mit zwei Hunden und zwei Katzen am Teich vorbei, die Fische füttern“, hat sie „Woche der Frau“ erzählt. Mit zwei Katzen zu den Fischen zu gehen und dann noch zum Frühstück? Besucht sie anschließend noch mit zwei Wölfen ihre Geißlein?
Gefährlich lebt auch Fernsehkoch Tim Mälzer. „Ich habe für mich erkannt, dass ich zu den Menschen gehöre, die an beiden Enden brennen“, hat er „Schöne Woche“ erzählt. Wir kennen das Bild von der zweifach brennenden Kerze, aber wo sind die beiden Enden bei einem Menschen? Brennt Mälzer an den Haar- und an den Zehenspitzen? Oder an irgendeinem anderen Ende?
Auch nicht leicht hatte es „Frau im Spiegel“ zufolge Liz Taylor, obwohl oder gerade weil sie „Juwelen für 137 Millionen Dollar“ besaß: „Es heißt, nachts habe sie den Schmuck auf dem Bett ausgebreitet und ihn stundenlang betrachtet. Doch glücklich ist sie damit nicht geworden.“ Kein Wunder, sie hatte so ja gar keinen Platz mehr zum Schlafen.
