Die US-Armee hat nach eigenen Angaben bei einem erneuten Angriff auf ein mutmaßliches Drogenboot zwei Menschen getötet. Das zuständige US-Regionalkommando Southern Command teilte auf X mit, dass sich der Einsatz am Freitag (Ortszeit) im Ostpazifik gegen ein Boot gerichtet habe, das von »Terrororganisationen« genutzt worden sei.
Laut Geheimdienstinformationen sei es auf bekannten Drogenschmuggelrouten unterwegs und am Drogenschmuggel beteiligt gewesen. US-Einsatzkräfte seien nicht zu Schaden gekommen. Das Militär veröffentlichte zudem ein kurzes Video, das die Explosion eines Bootes zeigt. »Zwei männliche Narko-Terroristen sind bei der Aktion getötet worden«, teilte das Kommando mit.
Mehr als 170 Menschen bei US-Angriffen auf angebliche Drogenboote getötet
Seit September vergangenen Jahres haben die USA mehrere Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in Drogenhandel verwickelt waren. Bislang sind bei solchen Angriffen des US-Militärs mehr als 170 Menschen getötet worden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump rechtfertigt ihr Vorgehen damit, dass sie sich in einem »bewaffneten Konflikt« mit Kartellen in Lateinamerika befinde. Sie hat jedoch nie eindeutige Beweise dafür vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden und Angehörigen Fischer.
Menschenrechtsorganisationen, Vertreter der Vereinten Nationen und weitere Experten bezweifeln die Rechtmäßigkeit des Vorgehens. Sie heben hervor, dass sich die Armee-Einsätze gegen Zivilisten richteten, die keine unmittelbare Gefahr für die USA darstellten. Die Organisationen Human Rights Watch und Amnesty International stufen die Angriffe als illegale außergerichtliche Hinrichtungen ein. Hinterbliebene von Opfern vorheriger Angriffe verklagten die US-Regierung.
