
Monet im Städel Museum zum Auftakt, Hobby Horsing im Deutschen Ledermuseum Offenbach als Zwischenspiel und Silent Disco im Historischen Museum Frankfurt zum Ausklang: So könnte eine Tour zur Nacht der Museen aussehen. Am 25. April können wieder 60 Museen und Kulturorte in Frankfurt, Offenbach und Eschborn entdeckt werden. Von 19 Uhr bis zwei Uhr morgens werden insgesamt 35.000 Besucher erwartet, die Museen und Kulturorte bieten vielfältige Programme an.
In diesem Jahr gibt es keinen thematischen, sondern einen geographischen Schwerpunkt im Stadtteil Bockenheim, wo neben dem Senckenberg Naturmuseum auch die Sternwarte, die Experiminta und der „offene Kultur- und Wissensraum“ mit dem Namen „2og:dondorf“ in der ehemaligen Dondorf-Druckerei ihre Türen öffnen. Das Geschoss in der Dondorf-Druckerei schließt sie auch als letzter Standort der Nacht der Museen, bis vier Uhr morgens kann dort auf einer Party mit Live-Sets gefeiert werden. In der Schirn Kunsthalle, die im Sommer 2025 temporär nach Bockenheim umgezogen ist, sind Ausstellungen des Frankfurter Künstlers Thomas Bayrle sowie von Bárbara Wagner und Benjamin de Burca zu sehen.
Nachts im Museum mit Musik und Tanz
Im Rahmen des Programms zu Frankfurt und der Rhein-Main-Region als World Design Capital wurde erst vor wenigen Tagen im Jüdischen Museum Frankfurt die Ausstellung „Mishpocha: The Art of Collaboration“ eröffnet. Den Besuchern bieten sich hier popkulturelle und künstlerische Perspektiven auf das jiddische Wort „Mischpoke“. Im Sprachgebrauch oft abschätzig verwendet, stehen hier der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung einer „Mischpoke“ im Zentrum. Das Museum bietet neben einem Zeichenworkshop in seiner Bibliothek auch Live-Musik an.
Die gibt es auch an vielen anderen Orten: Im Museum Judengasse in der Frankfurter Altstadt spielt die jiddische Band „Aufwind“, im Dialogmuseum gibt der blinde Pianist Edvin Duric ein Konzert, und im Goethe-Haus können sich Besucher auf Ukulele-Musik freuen. Getanzt werden kann unter anderem im Institut für Stadtgeschichte, wo die Band „Jonas & his Jivin’ Five“ von 20 bis 24 Uhr Swing spielt. Zu elektronischer Musik kann von 21 Uhr bis 2 Uhr morgens im Momem – Museum of Modern Electronic Music gefeiert werden.
Eine besondere Cluberfahrung, ebenfalls zu elektronischer Musik, bietet zudem das Museum Giersch der Goethe-Universität: In der „Inclusive Clubnight“ findet eine audiovisuelle Installation für Gehörlose und Hörende statt. Ebenfalls besonders ist die Silent Disco im Historischen Museum Frankfurt, in der bis zwei Uhr morgens mit individuellen Kopfhörern getanzt wird. Im Städel Museum können sich Besucher nicht nur mit den Bildern an die französische Steilküste von Étretat träumen, sondern sie auch hören: mit französischer Akkordeon-Musik von Vassily Dück (20 bis 22 Uhr).
Für Tierliebhaber gibt es in der Nacht verschiedene Anlaufstellen: Im Kriminalmuseum Frankfurt können Polizeihunde in Aktion erlebt werden, und auch der Zoo Frankfurt hat bis Mitternacht geöffnet. In Offenbach dreht sich im Deutschen Ledermuseum in der Ausstellung „Leder. Welt. Geschichte“ alles um Pferde und andere Huftiere. Performances von „Hobby Horsern“, also sportlichen Steckenpferd-Reitern, finden dort zwischen 19 und 21 Uhr statt.
Blick hinter die Kulissen: Die EZB öffnet ihre Türen
Zum vierten Mal öffnet auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Türen anlässlich der Nacht der Museen. Bis Mitternacht können Besucher dort nicht nur in Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr über deren Arbeit lernen, sondern auch in Führungen Wissenswertes zur Kunstsammlung der Zentralbank sowie zur Architektur der Großmarkthalle erfahren. Um 21 Uhr findet ein Gespräch mit Konrad Elsässer, dem Vorsitzenden der Martin-Elsaesser-Stiftung und Großneffen des Architekten der Großmarkthalle, Martin Elsaesser, statt. Für den Besuch der EZB und der Führungen ist eine kostenlose Registrierung auf der Seite nacht.museumsufer.de notwendig. Des Weiteren sollten Interessierte eine Stunde für die Sicherheitskontrollen vor Ort einplanen sowie einen Personalausweis oder Reisepass mitbringen.
Das Angebot der Shuttle-Buslinien wurde in diesem Jahr um eine zusätzliche Linie erweitert. Die Linie 1 pendelt etwa alle zehn Minuten zwischen Innenstadt, Ostend und Sachsenhausen. Im 20-Minuten-Takt verbindet die Linie 2 verschiedene Stationen innerhalb Bockenheims mit dem Nordwesten, wo sich das Geldmuseum und das Kriminalmuseum befinden. Ebenfalls alle 20 Minuten verkehrt die Linie 3 zwischen der Deutsche Börse Photography Foundation in Eschborn, dem Messeturm und der Experiminta in Bockenheim. Nach Offenbach fahren die regulären S-Bahnen. Zudem können Besucher mit der historischen Straßenbahn vom Zoo über den Willy-Brandt-Platz bis zum Schweizer Platz und Südbahnhof fahren. Die historische Straßenbahn sowie die Shuttlebusse sind zwischen 19 und zwei Uhr im Rundlauf im Einsatz.
Im Ticket für die Nacht der Museen ist die Nutzung des RMV inbegriffen; auch die Shuttlebusse und die historische Straßenbahn können damit genutzt werden. Im Vorverkauf und an der Abendkasse kostet das Ticket 17 Euro (ermäßigt 12 Euro). Inhaberinnen und Inhaber einer Museumsufercard sowie des Kultur- und Freizeittickets (Kufti) haben freien Eintritt, es reicht, die jeweiligen Nachweise vorzuzeigen. Die Veranstalter bitten die Besucher, Speisen und Getränke sowie größere Taschen und Rucksäcke nicht in die Museen mitzunehmen.
Nacht der Museen am 25. April, 19 Uhr, Tickets online unter nacht.museumsufer.de, in ausgewählten Museen sowie im MyZeil Ticket-Shop, in der Frankfurt Tourist Info und in Offenbach im OF Infocenter
