Wenn die Blätter des Liebstöckel ab
April wieder aus der Erde sprießen, erinnert mich das an meine Kindheit. Im Garten
meiner Oma wuchs eine große Liebstöckelstaude, die jedes Jahr nach dem Winter zuverlässig
neu austrieb. Die ersten zarten Blättchen waren bei uns allen heiß begehrt,
denn Liebstöckel wertet mit seiner delikaten Würze viele Gerichte auf. Es heißt
ja nicht umsonst Maggikraut – auch, wenn in besagter Würzsoße selbst keinerlei
Liebstöckel drin ist. Roh passt es gut unter Salate, gedünstet ins Gemüse wie
Spinat oder Kohlrabi, und für gekochtes Fleisch dient es als Aromaträger. Es
verfeinert Tees, Fonds, Butter und Öle und eignet sich zum Trocknen.