Kraftpaket. Ur-Komödiant. Star. Alleinunterhalter. Action-Gangster in Der Mafiaboss (1972) von Fernando Di Leo, wo Mario Adorf einem fliehenden Mörder auf die Frontscheibe eines Kleinbusses springt, diese (damals noch kein Verbundglas!) dann im (echten!) fließenden Verkehr mit dem Kopf zertrümmert und schließlich den Mann hinterm Steuer aus dem allein weiterfahrenden Auto zerrt. In einem der lebensgefährlichen Takes musste der Wagen abrupt bremsen, und Adorf flog meterweit über den Asphalt.
Als ich klein war, wohnte Onkel Mario ein paar Straßen von uns entfernt in einer engen Wohnung, er gehörte mit meinem Vater zu den Hoffnungsträgern der Münchner Kammerspiele. Meine Mutter spielte gleichzeitig Kabarett, da kam es zu abendlichen Beaufsichtigungsdefiziten, und einmal durfte ich deswegen bei ihm fernsehen – hatten wir noch nicht. Meine Mutter fragte beim Abholen: »War er brav?« Ja, war er, denn Onkel Mario war lustig.
